Ironman 70.3 in Dresden vier Tage vor Premiere abgesagt

Dresden - Profi Markus Thomschke (38) hatte sich als Lokalmatador gefreut, am Sonntag in Dresden im Rahmen der weltweit bekannten Ironman-Serie ein 70.3-Rennen zu bestreiten.

Markus Thomschke (38) hatte sich schon auf den Ironman in Dresden gefreut. (Archivbild)
Markus Thomschke (38) hatte sich schon auf den Ironman in Dresden gefreut. (Archivbild)  © Enrico Lucke

Donnerstag war der Pulsnitzer zum großen Pressetermin geladen - samt der sächsischen Staatsministerin Barbara Klepsch (57, CDU). Doch jetzt ist klar: An diesem Wochenende werden er und 2500 andere Triathleten nicht auf die Strecke geschickt.

Gegen 14 Uhr hieß es am Mittwoch auf der Ironman-Seite: "Der für diesen Sonntag, den 31. Juli 2022 geplante IRONMAN 70.3 Dresden kann nicht stattfinden. Wir werden allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis zum 5. August ein Update zum weiteren Verlauf geben." Das Dresden-Debüt soll jetzt laut TAG24-Informationen am 18. September steigen.

Die Nachricht hat Thomschke geschockt. "Es sollte für mich schon ein Saisonhighlight werden und jetzt fällt es aus", so der 38-Jährige sauer, der sich so seinen langjährigen Sponsoren und den Fans in "Topform präsentieren wollte". Er findet es peinlich, dass so ein renommierter Veranstalter ein Rennen absagen muss.

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Die Frage ist: Warum? Die 1,9 Kilometer Schwimmen sollten im Dresdner Hafenbecken ausgetragen werden, die 90 Kilometer lange Radstrecke verlief auf der B6 Richtung Meißen. Und da lag das Problem. Die Ironman-Organisatoren haben es bis Mittwoch nicht geschafft, einen Streckenverlauf von der Stadt Dresden genehmigt zu bekommen.

Sportler haben über Streckenentwürfe gemeckert

Marketing-Manager Markus Hanusch erklärte: "Trotz intensiver Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden bezüglich der Änderung der Radstrecke haben wir durch unsere weiteren gemeinsamen Gespräche und Planungen festgestellt, dass wir die erforderlichen Standards für die Strecke bis zum Renntermin an diesem Wochenende nicht umgesetzt bekommen."

Dazu sagte Stadtsprecher Kai Schulz: "Wir bedauern sehr, dass der IRONMAN nicht wie geplant am Sonntag stattfinden wird. Gemeinsam mit dem Veranstalter haben die Behörden der Stadt, der betroffenen Landkreise und Gemeinden sowie des Freistaates intensiv nach einer genehmigungsfähigen und für alle Betroffenen sichere Streckenvariante gesucht. Dies ist leider aus verschiedensten Gründen nicht gelungen."

Ziel sei es aber so schnell wie möglich, zu einer Lösung zu kommen und einen Ausweichtermin zu finden. Die Gespräche dazu haben bereits begonnen.

Thomschke berichtet: "Auf Social-Media-Plattformen wurde gegen jeden Streckenentwurf von Sportlern gemeckert. Das ist zu riskant, da ist es zu schwer. Aber dies gehört dazu. Ich bin in Wales gestartet, da haben einige ihr Rad geschoben und die Strecke galt als Kult."

Erstmeldung: 15.07 Uhr. Aktualisiert: 15.59 Uhr.

Titelfoto: Enrico Lucke

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