Streit ums Geld: Widerstand gegen Kiezlichter-Aus
Dresden - Seit fünf Jahren sind die Kiezlichter (früher "Nachtschlichter") in der Neustadt unterwegs, lösen Probleme mit Worten und sorgen dafür, dass sich insbesondere junge Frauen sicherer fühlen. Wegen Geldmangels steht ihre Arbeit vor dem Aus, wogegen sich jetzt immer mehr Widerstand regt.
Kiezlichter-Chef Alessandro Finke (37) hat rund zehn Mitstreiter im Einsatz. Meist von April bis Oktober rücken sie in Zweierteams freitags, samstags und vor Feiertagen in der Neustadt aus, entschärfen von 20 Uhr bis nachts um 3 Uhr Konflikte rund um die "schiefe Ecke", Alaunpark, Lutherplatz oder auch Seifhennersdorfer Straße.
Ob Lärm, Müll, Wildpinkler oder übermäßiger Alkoholkonsum: Die Kiezlichter wissen, wie sie welche Probleme angehen können - bevor diese ausarten oder die Polizei gerufen werden muss.
"Wir werden positiv vom Viertel und den Feiernden aufgenommen", bilanziert Finke nach 2200 Gesprächen und Hunderten Ansprachen allein in der diesjährigen Freiluftsaison.
Parteien fordern 200.000 Euro für den Ausbau der Kiezlichter
Auch Polizei, Stadtbezirk und Ordnungsbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) loben die Kiezlichter und fordern den Ausbau des Projekts.
170.000 Euro pro Jahr würden für die Neustadt benötigt, weitere 30.000 Euro für den Brennpunkt am Postplatz. Da bislang für 2027 kein Geld eingeplant ist, fordern die Grünen jetzt im Stadtrat, die benötigten Mittel einzustellen.
Auch SPD und die CDU-Ortsverbände Neustadt und Altstadt machen sich dafür stark.
Titelfoto: Steffen Füssel