Dresden - Fast ein Jahr lang schwiegen alle Behörden: Warum wurde die Öffentlichkeit nicht über die obdachlose Französin (†55) informiert, die vergangenen Juni von einer Buche im Großen Garten erschlagen worden war?
Die zuständige Parkverwaltung geht von einem tragischen Unfall aus, da die Frau dort im dichten Gehölzbestand offenbar übernachtet hatte. Jetzt äußern sich die Ermittlungsbehörden.
Der für den Großen Garten zuständige Schlösserland-Chef Christian Striefler (64) äußerte sich auch nach Enthüllung des Todesfalls nicht persönlich, ließ von einer Sprecherin auf die "ermittelnden Behörden" verweisen.
In Absprache mit der aktuell wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt ermittelnden Staatsanwaltschaft äußert sich jetzt die Polizei. Das zentrale Entscheidungskriterium liege in der Bewertung, ob das Ableben offenkundig im Zusammenhang mit einer Straftat stehe.
Liegt also ein Verbrechen nahe, würde in der Regel berichtet - es sei denn, das Ermittlungsverfahren könnte dadurch erschwert oder gefährdet werden, erklärt der Sprecher.
Tod im Großen Garten: Polizei berichtete aus Pietätsgründen nicht
Ist kein Verbrechen offenkundig, sehe man in aller Regel aus Pietätsgründen von einer Berichterstattung ab. "Der Respekt vor der Würde des Verstorbenen sowie ein Einfühlungsvermögen und eine taktvolle Rücksichtnahme auf die Gefühle der Trauernden tritt hier ganz klar in den Vordergrund", so der Polizeisprecher.
"Dieser Umstand ist auch im benannten Fall zum Tragen gekommen."