Dresden - Seit Tagen ächzt Dresden unter der Hitze. Das versetzt auch die Stadtbäume in Stress. Während der Trockenheit brechen die Bäume derzeit ab wie Zahnstocher. Müssen die Dresdner jetzt Angst davor haben, dass ihnen die Äste auf die Köpfe fallen?
Ein Einsatz am Dienstag macht klar, wie ernst die Lage ist: Ein Kastanienbaum war quer auf die Wiesbadener Straße gestürzt, hatte einen Audi sowie einen Renault unter sich begraben. Verletzt wurde niemand.
Wie Daniel Blume (33), Baumexperte des BUND, erklärt, kann dafür durchaus die aktuelle Trockenheit verantwortlich gemacht werden: "Durch anhaltenden Wassermangel können Kronenteile absterben, die nicht mehr ausreichend versorgt werden können."
So kann sich Totholz bilden, das plötzlich abbrechen kann. Allein im Juni musste die Dresdner Feuerwehr 41-mal wegen abgebrochener Bäume ausrücken, im Juli 25-mal und im August wurde sie bereits zu neun Baum-Einsätzen gerufen.
Dennoch will die Stadt keine vermehrten Abbrüche festgestellt haben, wie es auf TAG24-Nachfrage heißt. Eine zusätzliche Kontrolle der Bäume halte man wegen der aktuellen Wetterlage nicht für notwendig.
"Grundsätzlich werden neben den Regelkontrollen zusätzliche Sonderbegehungen nur nach Sturmereignissen durchgeführt", so Stadtsprecher Alexander Buchmann (39). Obwohl die Feuerwehr mahnt: "Eine regelmäßige fachgerechte Kontrolle und Pflege kann dazu beitragen, Gefahren frühzeitig zu erkennen."
Dresden setzt bei Neupflanzungen auf widerstandsfähige Baumarten
Blume vom BUND weist zudem darauf hin: "Dresdens aktueller Bestand an Stadtbäumen ist auf professionelles Begießen bei solchem Extremwetter angewiesen."
Ein Baum brauche bis zu 200 Liter Wasser. Allerdings lässt die Stadt derzeit von den insgesamt rund 108.000 Bäumen in Dresden nur gut 6100 Jungbäume bewässern.
Kostenpunkt der Wässerung: rund 50.000 Euro. Buchmann gibt jedoch zu, dass die Bäume wegen ihres "naturfernen Standortes" unter Stress leiden. Daher werde bei Neupflanzungen auf Baumarten geachtet, die "weitgehend widerstandsfähig gegen Trockenstress" sind.
Eine solche Anpassung hilft den Pflanzen in der aktuellen Trockenphase nur bedingt, Abkühlung von oben ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht.
"Frühestens in der Nacht zum Sonntag ist wieder mit Regen zu rechnen", erklärt Florian Engelmann (38) vom Deutschen Wetterdienst. Bis zu fünf Liter pro Quadratmeter sollen runterkommen.