Umweltschützer bemängeln Wassermangel in der Elbe

Dresden - Die Elbe steckt in der Dauer-Dürre: Im vergangenen Jahr führte der Fluss fast durchgehend Niedrigwasser - vom Frühjahr über den Sommer bis in den Herbst.

Die sogenannten Hungersteine an der Elbe sind im vergangenen Jahr nicht selten zu sehen gewesen.  © Thomas Türpe

Selbst der Winter konnte die Wasserstände nicht retten. Experten sprechen inzwischen von chronischem Wassermangel. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Eine aktuelle Auswertung des sächsischen Naturschutz-Bundes (BUND) zeigt, dass die für die Schifffahrt notwendige Mindesttiefe von 1,40 Metern seit Ende Februar - mit einer Ausnahme von zwei Wochen - nicht erreicht wurde.

"Selbst eine Tiefe von einem Meter wurde über viele Monate unterschritten. Von den langjährigen Mittelwasserständen ist die Elbe weit entfernt", heißt es in einer Mitteilung.

Dresden Tausende Euro wert! Was diesen "Dollarschein" so besonders macht

Schuld daran sei unter anderem, dass sich der Fluss durch Begradigung und Einengung immer tiefer ins Flussbett eingegraben hat und dadurch der Wasserspiegel gesunken sei.

"Der Klimawandel hat die Elbe fest im Griff - zehn Monate Niedrigwasser gehören zur neuen Realität", warnt BUND-Landes-Chef Felix Ekardt (53).

Anzeige
Der niedrige Pegelstand an der Elbe ist kein seltenes Phänomen mehr.  © Thomas Türpe
Laut BUND hat die Güterschifffahrt auf der Elbe wegen des chronischen Wassermangels ausgedient.  © Marko Förster
BUND-Landeschef Felix Ekardt (53) betont, dass "die vertiefte Wasserstraße die Folgen der Trockenheit" noch verstärkt.  © imago/Metodi Popow

Pufferfunktion der Elbe fällt weg

Folgen hat das nicht nur für den Fluss selbst. Denn bei lang anhaltendem Niedrigwasser füllen sich auch die Grundwasserspeicher nicht mehr auf. Wälder, Felder und Wiesen leiden darunter.

Besonders die Uferlandschaft ist dabei betroffen: Früher konnte die Elbe bei Hochwasser die sogenannten Auen überfluten, die wie ein natürlicher Schwamm Wasser speicherten. Heute fällt diese Pufferfunktion weg.

Ziel sollte es im Rahmen des sogenannten Gesamtkonzepts Elbe sein, den Wasserstand langfristig wieder zu stabilisieren, damit die Elbe ihre natürliche Speicherfunktion zurückgewinnt, heißt es in einer Mitteilung des BUND.

Mehr zum Thema Dresden: