Dresden - Drei bis vier Radfahrer werden laut Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) im Stadtgebiet täglich bei Unfällen verletzt. Bislang wurden vom 2017 beschlossenen Radverkehrskonzept jedoch erst gut 100 von 450 Maßnahmen umgesetzt. In diesem Jahr steckt das Rathaus rund 8,4 Millionen Euro in Projekte des Fuß- und Radverkehrs, darunter auch in die Sicherheit der Schulwege.
In den letzten zehn Jahren fuhren Dresdner laut Verwaltungsstatistik weniger Wege mit dem Auto, liefen oder radelten mehr. "Kinder und Jugendliche sind mit 55 Prozent aller Wege die Altersgruppe, die am häufigsten zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist", sagt Kühn.
Bei den Investitionen habe Schulwegsicherheit daher oberste Priorität. "Gleichzeitig zeigen die Auswertungen der Blitzer: Auch vor Schulen und Kindergärten, wo häufig Tempo 30 gilt, mangelt es an Rücksichtnahme.
Hier helfen Kontrollen, aber auch unsere Investitionen in neue Querungsstellen, Zebrastreifen und sichere Radwege", so Kühn.
Gefährliche Standorte sollen entschärft werden
Nach Ratsbeschluss wurde die Sicherheit an allen 97 Grundschulen untersucht. Die fünf gefährlichsten Standorte (4., 8., 35., 95. und 103. Grundschule) sollen durch breitere Fußwege, den Ausbau von Gehweg-Nasen, Elterntaxi-Haltestellen und Zebrastreifen (diese ab 2027) entschärft werden.
Weitere sieben Fußgängerüberwege kommen dieses Jahr, darunter an der Glacisstraße, wo Aktivisten vergangenes Jahr selbst Streifen aufgemalt hatten.
An der Bodenbacher Straße kommen bis Mai breitere Gehwege und eine Mittelinsel fürs Gymnasium Leo. Eine Ampel ist an der Altenberger Straße für die Freie Evangelische Schule geplant.
Querungshilfen kommen auch an die Münchner und Pappritzer Straße.
Der Elberadweg in der Johannstadt soll erweitert werden
Die Radroute Ost wird zwischen Kipsdorfer Straße und Schulcampus Tolkewitz komplettiert. Der Ausbau der Radroute Süd wird vorbereitet, Wielandstraße und Hohe Straße (Südvorstadt) sollen perspektivisch Radstraßen werden.
Zwischen Blasewitzer Straße und Fiedlerstraße nahe Uniklinikum werden die aktuell zu schmalen Radwege verbreitert, eine Autospur (stadteinwärts) fällt dafür weg. Auch an der Reicker Straße wird es für Radler vorangehen.
Neben neuen Stellplätzen (zehn neue Standorte für Lastenräder) soll der Elberadweg in der Johannstadt zwischen Albertbrücke und Blauem Wunder erweitert werden, um Fußgänger und Radler zu trennen.
Am Käthe-Kollwitz-Ufer sind zudem LED-Leuchten geplant, die sich an den Verkehr anpassen.