Unendliches Theater um die alte Staatsoperette

Dresden - Es ist ein Trauerspiel! Seit mehr als vier Jahren steht die alte Spielstätte der Dresdner Staatsoperette in Leuben mittlerweile leer. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Mehr als vier Jahre nach dem Auszug der Staatsoperette ist immer noch unklar, wie es mit dem Gebäude in Leuben weitergehen soll.
Mehr als vier Jahre nach dem Auszug der Staatsoperette ist immer noch unklar, wie es mit dem Gebäude in Leuben weitergehen soll.  © Steffen Füssel

Dabei hatte der Stadtrat bereits im Februar 2019 einen Beschluss gefasst, wie es mit dem Gebäude, in dem so viele Dresdner über Jahrzehnte unterhalten wurden, weitergehen soll. Passiert ist jedoch nichts.

Dabei war der Auftrag klar: Bis Mai 2019 sollte das Rathaus eine Konzeptausschreibung vorlegen. Mit der sollte ein privater Investor gefunden werden, der auf dem Grundstück Wohnraum schafft, den leerstehenden Kopfbau erhält und dafür ein Nutzungskonzept vorlegt, das ohne städtische Zuschüsse auskommt.

"Statt einer schnellen und finanzierbaren Zukunftsperspektive den Weg zu bereiten, hat die Verwaltung eine zügige Entwicklung verschleppt", ärgert sich CDU-Stadträtin Heike Ahnert (40).

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Nun soll der Beschluss gar nicht nicht mehr umgesetzt werden. Im Juni will die Verwaltung diesen vom Stadtrat aufheben und sich stattdessen alternative Nutzungsideen absegnen lassen.

Dafür kommen laut dem zuständigen Amtsleiter Marcus Felchner (55) "kulturelle Bedarfe, Sport- und Freizeitnutzungen, Stadtteilarbeit sowie Vereinsbedarfe ebenso infrage wie Flächen für private Anbieter von Gesundheits- und Freizeitdienstleistungen."

Die vom Stadtrat gewünschte Bebauung für Wohnzwecke sei dagegen kaum umsetzbar. "Es wurden Personal und Zeit – also Steuergelder – investiert, um die Arbeit möglicher Investoren zu erledigen", entgegnet Ahnert.

Kommunale Nutzung des Areals stand bereits zur Debatte

Der Saal wurde schon vor Jahren ausgeräumt.
Der Saal wurde schon vor Jahren ausgeräumt.  © Eric Münch
Mit dem Auszug der Staatsoperette verschwand 2016 die Musik aus dem Gebäude.
Mit dem Auszug der Staatsoperette verschwand 2016 die Musik aus dem Gebäude.  © Eric Münch
Amtsleiter Marcus Felchner (55).
Amtsleiter Marcus Felchner (55).  © Thomas Türpe

Genau das wollte der Stadtrat aber nicht. Eine kommunale Nutzung des Areals sei damals bereits geprüft und verworfen worden, weil die Stadt dafür kein Geld hatte.

"Mir ist vollkommen unklar, wie auch nur die Planungen in den kommenden Jahren finanziert werden sollen", sagt Ahnert. "Die Stadt konzipiert Luftschlösser, und währenddessen gammelt das Gebäude vor sich hin."

Titelfoto: Eric Münch

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