Von wegen öde Klassenfahrt: Freitaler Oberschule fährt mit der AIDA
Freital - Wer erinnert sich nicht gern an seine Schulzeit zurück - vor allem an die berühmt-berüchtigten Klassenfahrten als Jugendlicher? Doch dabei hieß es oft entweder öde Großstadt oder das sprichwörtliche Ende der Welt, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen. Doch dass Schulausflüge auch ganz anders aussehen können, bewies die Freie Fachoberschule Sabel in Freital.
Vom 8. bis 12. März tauschten 44 Neuntklässler das Klassenzimmer gegen ein AIDA-Kreuzfahrtschiff in Richtung Skandinavien. "Die Idee kam von mir", erklärte Lukas Liepach (26), Klassenlehrer der 9b, gegenüber TAG24. Dabei standen zunächst ganz andere Ausflugsziele zur Debatte: Berlin, Prag und Breslau.
Doch diese seien zugunsten der besonderen Idee schnell verworfen worden. Nach dem "Go" der Schulleitung musste der 26-Jährige nur noch die Eltern der Schüler von seiner Idee überzeugen. "Bereits beim ersten Elternabend war große Begeisterung spürbar", betonte der Pädagoge. Der Startschuss war gesetzt.
Trotz der immensen Euphorie hatten Liepach und seine Kollegen alle Hände voll zu tun. "Von Reisedokumenten über Sicherheitslisten bis hin zur Planung der Aktivitäten", gab Lehrer Ulf Bellmann (49) offen zu. Ganz besonders Sorge hatte Mandy Gommlich (43) um über Bord gehende Schüler.
Für die 14- bis 16-Jährigen startete die Reise bereits am frühen Morgen gegen 4.30 Uhr. Die Route führte von Kiel über Kopenhagen, Göteborg und Aarhus wieder zurück an den Ausgangspunkt. Neben kulturellen Highlights wie der Wachablösung in Kopenhagen standen Karaoke-Abende, Partys und Sport auf dem Programm.
"Ich war sofort Feuer und Flamme", schwärmt Jonas Steiniger (15). Sein Mitschüler Fabian Q. (15) pflichtet ihm bei: "Privat hätte ich so eine Reise nie unternehmen können." Dem 26-jährigen Lehrer war es dabei wichtig, die gesamte Jahrgangsstufe mit an Bord zu holen.
"Im Vorfeld wurde darauf geachtet, dass die Kosten möglichst niedrig gehalten werden", so Liepach. Das Ergebnis: Die Klassenfahrt kostete pro Person rund 385 Euro.
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Sowohl die Schüler als auch die Lehrkräfte kehrten mit einem besonderen Gefühl zurück
Während des mehrtägigen Trips bemerkte Liepach eine Veränderung - die Dynamik der Schüler wurde eine andere. "Wir haben viel geredet und einfach zusammen gechillt", berichtete Jonas. Die Tage an Bord gestalteten sich dabei vielfältig. So erkundeten einige Jugendliche die Weitläufigkeit des Schiffs auf eigene Faust oder duellierten sich bei einer Runde Tischtennis.
Am skandinavischen Essen schieden sich jedoch die Geister. Während Fabian nur das aß, was er auch wirklich kannte, genoss Benjamin Gliemann (15) das riesige Angebot an Zimtschnecken. Was die Klassenfahrt letztlich so besonders machte, lässt sich für viele nicht auf einen bestimmten Moment reduzieren.
"Diese Reise wird mich mein ganzes Leben begleiten", erklärte Benjamin. Auch die Lehrkräfte kehrten mit einem besonderen Gefühl zurück nach Freital. "Die leuchtenden Augen meiner Schüler werden unvergesslich bleiben", erinnerte sich die Lehrerin Heike Nitzsche (63).
Letztlich zahlte sich das Engagement der Lehrer aus. "Besonders die Rückmeldungen von außen und das Gemeinschaftsgefühl bleiben mir im Kopf", betonte Liepach. Zusammen mit seinen Kollegen und 44 Schülern bewies der junge Pädagoge, dass Klassenfahrten weit mehr sein können als ein öder Schulausflug.
Titelfoto: Fotomontage/Lukas Liepach/IMAGO/osnapix

