Dresden - Die "Gläserne Frau" gehört zu den berühmtesten Exponaten des Deutschen Hygiene-Museums. Nun sorgt "ihr" Mann für Schlagzeilen. Er ist bis Ende August als Teil der Sonderausstellung "New Humans: Memories of the Future" im Neuen Museum für zeitgenössische Kunst im New Yorker Stadtteil Manhattan zu bewundern. In prominenter Nachbarschaft!
"Unser Mann in NY" steht neben gleich zwei Ikonen des Kinos: dem technischen Korpus von E.T. aus dem gleichnamigen Film von 1982 und dem Xenomorph aus "Alien". Ihn dorthin zu bringen, war nicht ganz einfach.
"Wir haben im Hygiene-Museum nur drei Reisefiguren aus den 90er-Jahren, die wir ausleihen können", erklärt Restaurator Jakob Fuchs. Der Grund: "Die gläsernen Figuren sind aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der schnell altert. Sie benötigen deshalb ein konstantes Raumklima, das die Alterung verlangsamt."
Für den Flug über den Atlantik wurde der "Gläserne Mann" deshalb aufwendig verpackt. "Die Figur wird in ein Gestell eingespannt, mit Rücken- und Brustpolstern versehen.
Diese Kiste steht auf Schwingungsdämpfern in einer zweiten Kiste, die das Raumklima beim Einpacken für etwa 24 Stunden hält", weiß Fuchs.
Gläserner Mann auf "Leihbasis" nach New York
So ist der Glasmann sowohl vor Turbulenzen während es Fluges als auch vor Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit geschützt. Fuchs begleitete die Leihgabe nach New York und wird sie auch nach Ausstellungsende wieder persönlich abholen. Ähnlich geschützt werden auch die Figuren im Hygiene-Museum.
"Die historische Gläserne Frau von 1935/36 ist besonders von der Alterung betroffen. Sie steht deshalb in einer Spezialvitrine", so Fuchs.
Die Gläserne Kuh musste ins Klimadepot umziehen. Dort herrscht ganzjährig eine Temperatur von 17 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 30 bis 35 Prozent.
Übrigens: Die erste durchsichtige Figur war ein Mann, der 1930 bei der Einweihung des neu errichteten Hygiene-Museums präsentiert wurde. Er galt damals als Weltsensation, wurde aber im Zweiten Weltkrieg vernichtet.
Insgesamt wurden bis 1999 rund 130 gläserne Figuren im Haus hergestellt. Zum Sammlungsbestand gehören heute noch vier Männer, vier Frauen, eine Kuh, eine Schwangere und zwei gläserne Zellen.