Sachsens trottligster Bankräuber: Keine Beute, kein Glück - und dann wird er auch noch verhaftet

Dresden - Was das sollte, weiß er er wohl selber nicht, aber Hilfe will Ukrainer Eduard P. (38) partout nicht annehmen. Deshalb verurteilte ihn am Freitag das Dresdner Amtsgericht zu zwei Jahren und vier Monaten Haft für einen der dilettantischsten Banküberfälle der jüngeren Geschichte.

Eduard P. (38, M.) wurde nach dem Überfall festgenommen und bleibt auch in Haft.
Eduard P. (38, M.) wurde nach dem Überfall festgenommen und bleibt auch in Haft.  © Ove Landgraf

Die Videoaufnahmen belegen es klar und auch der Angeklagte streitet es nicht ab: Am 9. Dezember 2025 spazierte Eduard P. in die Sparkasse in der Kesselsdorfer Straße, stellte sich nach Hinweis anderer Kunden brav an und zog dann am Schalter ein Taschenmesser und forderte Geld. Als er kein bekam trat er zurück, blieb dann solange in der Filiale bis die Polizei kam.

Doch der Grund dieses gescheiterten Überfalls bleibt nebulös: "Ich brauchte kein Geld, hatte circa 1000 Euro auf dem Konto", sagt er. "Man hat versucht mich umzubringen". Darauf habe der in Bayern lebende Flüchtling aufmerksam machen wollen, dazu einen Überfall inszeniert.

Bei der Erklärung, wer ihn denn töten wolle, verlor er sich in wirren Erklärungen über korrupte Polizisten, mafiöse Netzwerke und kriminelle Mitbewohner in seiner Flüchtlingsunterkunft. Das wollte er bei der Polizei in Dresden anzeigen.

Zwei Stunden vor der Tat tauchte der Ukrainer bei der Polizei auf

Die Polizei riegelte die Sparkassen-Filiale im Dezember ab.
Die Polizei riegelte die Sparkassen-Filiale im Dezember ab.  © privat

Tatsächlich tauchte Eduard P. zwei Stunden vor dem Überfall im Revier Dresden-West auf, verschwand aber kurz darauf wieder. In der Straßenbahn will er angebliche Verfolger gesehen haben und sich dann in Sparkasse geflüchtet haben.

Jegliche Anregung mit einem Psychologen oder einem Psychiater zu sprechen lehnt er jedoch ab. Jedoch entschuldigt er sich bei den, teilweise heute noch dadurch verängstigten Bankangestellten.

Weil der Überfall im Versuch stecken blieb, das Gericht einer verminderte Schuldfähigkeit sieht und Eduard P. wohl tatsächlich niemanden verletzten wollte, wurde er wegen eines minderschweren Falls zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Titelfoto: Fotomontage/Ove Landgraf/Privat

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