Weniger Helfer, hohe Energiekosten: Sachsens Tafeln gehen die Fahrer aus

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Dresden - Ohne Fahrer rollt bei den Tafeln nichts mehr. Immer mehr Ehrenamtliche fehlen, gleichzeitig steigen Sprit- und Stromkosten. Die Folge: Lebensmittel bleiben liegen und für Bedürftige könnte es bald teurer werden.

Besonders trifft es die Tafeln abseits der großen Städte, die sowohl für die Abholungen als auch bis zu den Ausgabestellen oft größere Distanzen fahren müssen.
Besonders trifft es die Tafeln abseits der großen Städte, die sowohl für die Abholungen als auch bis zu den Ausgabestellen oft größere Distanzen fahren müssen.  © Kristin Schmitt

Sachsens Tafeln suchen händeringend neue Helfer - vor allem Fahrer für die Abholung von Lebensmitteln. "Ich kenne keine Tafel, die nicht mehr Ehrenamtler bräuchte, vor allem Fahrer", sagt Stephan Trutschler (64), stellvertretender Vorstand der Tafel in Meißen.

Gerade in der Ferienzeit spitze sich die Lage zu, weil viele Ehrenamtliche im Urlaub sind. Fehlen Fahrer, müssen Abholungen reduziert werden. "Wenn es einfach nicht genug Fahrer gibt, dann können wir zu einem Markt, wo wir sonst dreimal die Woche abholen, nur einmal fahren." Die Folge: Lebensmittel bleiben liegen.

Wie ernst die Situation ist, zeigte sich zuletzt in Freiberg. Dort musste die Tafel zwischenzeitlich sogar schließen, weil zunächst Fahrzeuge und später Fahrer fehlten. Neben dem Personalmangel setzen vor allem die gestiegenen Sprit- und Strompreise den Tafeln zu. "Das ist eine Katastrophe", sagt Trutschler.

Die steigenden Energiekosten könnten sich bald auf die Kunden auswirken

Die sächsische Tafel hofft in Zukunft, wieder mehr Fahrer zur Verfügung zu haben.
Die sächsische Tafel hofft in Zukunft, wieder mehr Fahrer zur Verfügung zu haben.  © Kristin Schmitt

Besonders auf dem Land würden sich weite Fahrten oft kaum noch lohnen. Auch die Dresdner Tafel kämpft mit hohen Energiekosten: Seit dem Umzug ihres Kühlhauses hat sich die Stromrechnung auf rund 3000 Euro verdreifacht.

Die höheren Kosten könnten bald auch die Kunden treffen. In Meißen wird derzeit über eine Erhöhung des Preises für einen Warenkorb von vier auf fünf Euro diskutiert. Ein weiteres Problem: Supermärkte spenden wegen KI-gestützter Warenplanung immer weniger Lebensmittel.

Zwar sinke dadurch die Verschwendung, "aber es fällt uns natürlich auf die Füße", sagt Trutschler. Umso dringender hoffen die Tafeln auf neue Ehrenamtliche. Oft reichen schon zwei oder drei Stunden Einsatz pro Woche.

Titelfoto: Fotomontage/Kristin Schmitt

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