Windräder bei Rossendorf? Dann muss das Helmholtz-Institut wegziehen

Dresden - Dresdner Heide, Schönfelder Hochland, Rossendorf: In diesen Gebieten der Landeshauptstadt Dresden sollen Windräder vorrangig gebaut werden, wie aus den Plänen des Regionalen Planungsverbands hervorgeht. Auch direkt am und zum Teil auf dem Campus des Helmholtz-Forschungszentrums (HZDR) in Rossendorf. Unabgesprochen und geschäftsgefährdend.

Auf und direkt hinter dem Helmholtz-Campus soll der Windpark entstehen.  © Eric Münch

"Wir haben der Errichtung von Windkraft-Anlagen auf unserem Campus bereits im vergangenen Jahr ausdrücklich widersprochen", so der technische Leiter des HZDR, Dirk Reichelt, auf TAG24-Nachfrage. Der Grund: "In einem Gutachten wurde festgestellt, dass dies zu Infraschall-Problemen führen würde."

Infra... was? So wie der Ultraschall mit seinen kurzen Schallwellen (also hohen Tönen) vom Menschen in der Regel überhört wird, ist auch der Infraschall mit seinen langen Wellen nicht wahrnehmbar für ihn. Vieles stößt ihn aus: der Innenraum eines fahrenden Autos, Rüttelmaschinen auf dem Bau - und auch Windräder.

Vergangenes Jahr von den Windplanern kontaktiert, erstellte das HZDR selbst ein Gutachten. Infraschallwellen könnten demnach "einige der hochsensiblen Messgeräte in ihrer Nutzung beeinträchtigen".

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Ein Windpark wie dieser wird auch auf dem Helmholtz-Campus geplant.  © IMAGO/Rene Traut
Das exzellente Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf.  © Holm Helis
Abgelehnt und trotzdem da: Die gelbe Vorrangfläche reicht bis auf den Helmholtz-Campus.  © Regionaler Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge

Ein herausragender Forschungsort

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf ist ein herausragender Forschungsort in ganz Deutschland. Und wesentlich daran beteiligt, dass die TU Dresden noch immer eine Exzellenzuniversität ist.

Hier im Dresdner Osten wird an Batterien, Krebsheilung, Kernkraft geforscht. Wenn die Windräder wie im Entwurf auf dem Campus gebaut würden, müssten laut HZDR weite Forschungsteile teuer umziehen.

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