"Total aggressiv": Kampfsportler bedroht im Suff Sanitäter
Dresden - Immer wieder werden Sanitäter und Retter an Einsatzorten bepöbelt, bedrängt oder gar verletzt. Auch Robert O. (41) wurde massiv ausfällig.
Nun bekam der Kampfsportler im Amtsgericht Dresden die Quittung.
Der RTW raste im Juni 2025 abends nach Seidnitz in einen Garagenkomplex. Dort hockte Robert auf dem Boden.
"Er war betrunken, wusste aber, wer wir sind, und forderte, dass wir ihn ins Krankenhaus bringen", so ein Sanitäter. Als die Retter klären wollten, was ihm fehlt, rastete Robert aus. "Ein Gespräch war unmöglich. Er war total aggressiv", so ein Notfall-Sanitäter.
Robert schnauzte die anwesende Sanitäterin an: "Nur weil du jetzt eine Hose trägst, denkst du, du darfst mir was sagen?" Ihrem Kollegen hielt er ein Messer vor, prahlte mit seiner Kampfsport-Ausbildung.
"Es ist ganz leicht für mich, die umzuhauen", tönte er.
Die Retterin versteckte sich hinterm RTW, ihr Kollege versuchte vergeblich, den Wüterich zu beruhigen, und rief schließlich die Polizei.
Neuer Lebensabschnitt für Robert O.
Ein Beamter: "Zu uns war er ruhig. Er bat, ihm die Fesseln wieder abzunehmen. Er hätte ja nichts gemacht. Aber auf die Sanis ging er immer wieder los." Der Pöbler, der über drei Promille intus hatte und zahlreiche Einträge im Strafregister vorweist, war im Prozess peinlich berührt.
"Ich weiß nichts mehr, hab' damals ununterbrochen getrunken", so Robert.
Immerhin: Seit dem Vorfall trinkt er nicht mehr, war zur Langzeittherapie und zieht nun aus Dresden weg, um eine Kaufmannslehre zu beginnen.
"Das ist ein guter Weg", lobte der Richter, der den einstigen Wüterich für seine Rüpelattacke allerdings zehn Monate auf Bewährung aufbrummte.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze

