Dresden - In der Sommerwirtschaft Saloppe nahe den Elbschlössern (Dresden) parkt seit vielen Jahren ein ganz besonderer Wagen. Ein Zirkuswagen, der seit fast 15 Jahren im Sommer für reichlich zehn Vorstellungen zur Bühne der "Serkowitzer Volksoper" wird. Dabei gäbe die Geschichte des Wagens selbst den Stoff für eine Oper her!
Würde man der nostalgischen Reklame am Wagen glauben, dann wären damit die Kopfstand-Artisten Alexander und Felix Patty um die Welt gereist. Die gab es wirklich, nur waren sie nie mit diesem Zirkuswagen unterwegs.
Der gehört vielmehr Event-Profi Steffen Grosche, der u. a. im Parkhotel den legendären Hutball und in der Saloppe das Seifenkistenrennen veranstaltet.
"Der Wagen ist seit 1953 mit Unterbrechungen in Familienbesitz", verrät Grosche. Sein Großvater hatte ihn in Nieschütz (Landkreis Meißen) gebaut. "Er fuhr mit einer Rassekaninchenschau übers Land, zu Märkten und Festen. In dem Wagen waren die Kaninchen untergebracht."
Der Vater übernahm vom Großvater den Wagen - aber nicht die Tiere. Spielautomaten zogen ein. "Damit ging’s von Rummel zu Rummel - bis zur Wende", verrät Grosche.
Wer die Produktion unterstützen möchte, kann das ganz einfach tun
"Dann wurde der Wagen an einen polnischen Zirkus verkauft, ein zweites Mal umgebaut, zur Bühne und Heimstatt für drei kleinwüchsige Artisten. Als der Zirkus schloss, stand der Wagen 1999 wieder zum Verkauf. Mein Vater hat das irgendwie mitbekommen und ihn erneut gekauft", beschließt Grosche die Wagen-Chronik.
Seit ihrer dritten Inszenierung 2013 ist der Wagen die Sommerresidenz der "Serkowitzer Volksoper". In diesem Jahr wird bis 16. September "Es geht um die Wurst - Eine turbulente Entführung frei nach Mozart" aufgeführt.
Wer die Produktion unterstützen will, kann dies bis 31. August bei der Crowdfunding-Plattform 99funken tun.