Schaf-Massaker in Weißig: Wolf reißt sieben Tiere

Dresden - Es war der Anblick eines blutigen Schlachtfeldes, das sich Jürgen Werner (73) am Dienstagmorgen bot, als er gegen 6.30 Uhr zur Weide an der Forststraße in Weißig kam.

Der Elektrozaun stellte für den Wolf kein Hindernis dar.
Der Elektrozaun stellte für den Wolf kein Hindernis dar.  © Steffen Füssel

Sieben Schafe seiner 16-köpfigen Herde waren in den frühen Morgenstunden vom Wolf gerissen.

Mit zerbissener Kehle und herausgerissenen Eingeweiden lagen die verendeten Schafe, unter denen sich auch erst ein Jahr alte Lämmchen befanden, auf der Weide verteilt. 

"Ich habe seit 40 Jahren Schafe, das ist noch nie vorgekommen", sagt Werner. Er vermutet, dass es sogar zwei Wölfe waren. Diese hatte auch der Elektrozaun nicht an ihrer Beutetour gehindert. 

"Ich bin sehr traurig, es hängt viel Liebe daran", sagt er. 

Die verbliebenen neun Tiere nahm Jürgen Werner gestern noch mit nach Hause. Dort hat er noch weitere 16 Schafe. "Hier kann ich sie nicht lassen. Die Wölfe kommen zurück." 

Am Dienstag untersuchten Begutachter der Fachgruppe "Wolf" vom sächsischen Umweltamt den Fall. "Alle tot aufgefundenen Schafe wiesen typische Kehlbisse auf. Damit ist der Wolf als Verursacher hinreichend sicher", so Karin Bernhardt, Sprecherin des Umweltamtes. 

Jürgen Werner (73) bedauert den Verlust seiner Schafe.
Jürgen Werner (73) bedauert den Verlust seiner Schafe.  © Steffen Füssel
Bis dato hatte der Schäfer aus Weißig in 40 Jahren nie Probleme mit Wölfen. (Symbolbild)
Bis dato hatte der Schäfer aus Weißig in 40 Jahren nie Probleme mit Wölfen. (Symbolbild)  © dpa/Sebastian Kahnert

Am Tag zuvor war bereits ein totes Schaf im benachbarten Ullersdorf gefunden worden. In Dresden gab es zuletzt im März drei gerissene Schafe. In Sachsen leben 22 Rudel Wölfe.

Titelfoto: Steffen Füssel

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