Wuff! Hund bewacht Kita-Knirpse beim Mittagsschlaf

Dresden - Zwischen Löwenzahn, Vogelgezwitscher und matschigen Gummistiefeln: Für die Vorschulkinder der ASB-Kita "Am Lehmberg" ist das Spielen unter freiem Himmel längst kein langweiliger Spielplatz-Besuch mehr. Egal ob beim Toben inmitten der Briesnitzer Streuobstwiesen oder bei der Mittagsruhe an der frischen Luft, die 23 Abenteurer erleben die Natur noch einmal ganz anders - mit dabei Hündin Raya (4).

Die Sechsjährigen Mstyslav (v. l.), Wilhelmine, Alma, Lisbeth, Maxim und Lionel lernen jeden Tag aufs Neue spannende Sachen über ihre Umgebung dazu.  © Thomas Türpe

Bereits vor über zehn Jahren rief die Kindertagesstätte die sogenannte "Projekthütte" ins Leben. "Ziel ist es vor allem, den Kindern Wissen über ihre Umwelt zu vermitteln insbesondere denjenigen, die im Alltag seltener mit der Natur in Berührung kommen", betont die Erzieherin und Naturpädagogin Lydia Deckwart (37).

Viermal pro Woche bricht sie gemeinsam mit einer weiteren Kollegin und ihren Schützlingen in Richtung Zschonergrund auf - Startschuss ist dabei immer um 8 Uhr. Fernab von Straßenlärm und grauen Wohnvierteln erkunden die Jungen und Mädchen mehrere Stunden lang ihre Umwelt.

"Hier können die Kinder ihre grüne Umgebung wirklich leben, erleben und begreifen". Ein respektvoller Umgang mit der Natur ist ihr dabei besonders wichtig.

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"Wir pflücken nichts unnötig ab und achten darauf, behutsam mit Pflanzen und Tieren umzugehen". Über das freie Erkunden hinaus sorgen Mitmach-Aktionen für Abwechslung. "Vor Kurzem haben wir gemeinsam Kräutersalz kreiert und Löwenzahnblütenhonig hergestellt".

Gegen 11 Uhr werden dann die knurrenden Mägen versorgt. Lydia und ihre Kollegin kehren dann in den neu klimatisierten Bauwagen zurück, um den Kids das Mittagessen vorzubereiten.

Gemeinsam mit einem großzügigen Carport investierte der ASB rund 47.000 Euro in das Naturprojekt. Der Neubau war notwendig geworden, da der alte Wagen nach vielen Jahren schlichtweg ausgedient hatte.

"Heute bietet das neue Quartier reichlich Platz, um unter anderem Gummistiefel, Schlafsäcke und Bastelmaterialien sicher zu verstauen".

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Lydia Deckwart (37) bringt ihre Hündin Raya (4), eine Mischung aus Pudel und English Cocker Spaniel, fast täglich mit in den Kindergarten - und mittlerweile ist die Vierbeinerin aus der Gruppe gar nicht mehr wegzudenken.  © Thomas Türpe
Das neu erbaute Quartier bietet nun reichlich Platz für Gummistiefel, Schlafsäcke und Bastelmaterialien.  © Thomas Türpe

Raya sorgt mit ihrer Anwesenheit für eine entspannte Atmosphäre

Unter dem neu angelegten Carport gönnen sich die Kinder eine wohlverdiente Pause und legen sich unter freiem Himmel eine Runde aufs Ohr.  © Thomas Türpe

Nach der Stärkung folgt die Mittagsruhe unter dem Carport. Ein ganz besonderes Highlight ist dabei die vierjährige Hündin Raya. Die Mischlingsdame wacht während der Schlummerpause über die müden Abenteurer.

"Nicht jedes Kind hat zu Hause Kontakt zu Tieren, deshalb ist sie für viele etwas ganz Besonderes". Mit ihrer ruhigen Anwesenheit sorge die Fellnase für eine entspannte Atmosphäre.

Und auch die Präsenz der Hündin selbst zeigt seine ganz eigene Wirkung: "Ich habe schon sehr deutlich gemerkt, dass die Kinder viel umgänglicher miteinander geworden sind". Spielerisch lernen die Kinder zusätzlich noch, wie sie mit Tieren umzugehen haben.

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Ausgeschlafen geht es für die Gruppe dann gegen 15 Uhr wieder zurück in den Kindergarten - für den etwa 45-minütigen Marsch müssen also noch einmal alle Kräfte gebündelt werden.

Insgesamt besuchen 26 Kinder die Vorschulgruppe der Kita. Da zwei Erzieherinnen jedoch maximal 23 Kinder gleichzeitig betreuen dürfen, bleiben täglich drei Kinder in der Einrichtung.

Die Gruppen wechseln sich regelmäßig ab, sodass niemand benachteiligt wird. "Am Freitag bleiben wir alle in der Kita und tauschen uns über die Woche aus - welche Erlebnisse gab es in der Kita und welche im Grünen".

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