Dresden - Der Zoo hat einen neuen Bewohner mit Kuschelfaktor: Am 30. April zog Koala-Männchen Kamaroo (3) ins Brandis-Haus ein. Der "junge Mann" aus dem Duisburger Zoo soll künftig in Dresden für Nachwuchs sorgen.
Kamaroo nimmt die Stellung des im Januar verstorbenen Männchens Mullaya (14) ein. Dieses musste wegen eines Tumors am 8. Januar eingeschläfert werden – am selben Tag brachte Koala-Weibchen Eerin (5) Mullayas letztes gezeugtes Jungtier zur Welt.
"Da es noch im Beutel ist, wissen wir nicht, welches Geschlecht es hat. Deshalb hat es noch keinen Namen", so Tierpfleger Olaf Lohnitz (61). Im Juli erhofft er sich Aufklärung. Während die beiden Weibchen Eerin und Janali (4) im neuen Außengehege die Sonne genießen, gewöhnt sich Kamaroo noch ein.
"Er braucht etwas Zeit, um sein Revier zu besetzen. Aber er frisst gut. Durch den Umzugsstress hat er ein bisschen abgenommen. Er wiegt um die 7600 Gramm, dürfte es aber schnell wieder auf gute acht Kilo bringen", sagt Lohnitz. Gärtnereien aus der Region und ein Unternehmen aus Florida liefern das notwendige Futter: verschiedene Eukalyptusarten.
"In ganz Europa gibt es eine Koala-Population von 61 Tieren, verteilt auf 16 Zoos, aber nicht überall gelingt die Zucht", weiß Tierarzt Dimitri Widmer (44). "Im Zoo haben wir Platz für ein Männchen, zwei Weibchen und zwei Jungtiere." Zeugt Kamaroo erfolgreich, ist das kein Problem.
"Die Nachfrage nach Nachwuchs ist in den europäischen Zoos groß", so Widmer. Theoretisch könnte noch in diesem Jahr Janali ein Jungtier gebären.