Wie die kleinsten Säugetiere der Welt im Dresdner Zoo leben
Dresden - Kaum größer als ein 2-Euro-Stück, nur zwei Gramm leicht und doch mit einem Appetit wie die ganz Großen: Die Etrusker Spitzmaus ist das kleinste Säugetier der Welt. Zu sehen gibt es sie auch im Zoo Dresden. Gezüchtet wird jedoch hinter den Kulissen im Orang-Utan-Haus.
Seit 2016 läuft das Projekt in Dresden. Die ersten kamen als Versuchstiere von der Humboldt-Universität. "Seitdem haben wir viele Zoos angeworben, die dann auch züchten", sagt Zoo-Kurator Matthias Hendel (43).
Trotz ihrer Größe sind die Winzlinge echte Vielfraße. Als Insektenfresser vertilgen sie täglich 20 bis 25 Mehlwürmer, dazu Heimchen zum Jagen. Das Futter ist fast so groß wie sie selbst.
Entsprechend hoch ist der Energiebedarf und entsprechend deutlich macht sich das auch im Gehege bemerkbar. "Da muss dann des Öfteren mal sauber gemacht werden", schmunzelt Tierpflegerin Vanessa Westhäusler (22).
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Lebenserwartung der Spitzmäuse liegt nur bei zwei bis zweieinhalb Jahren
Einfach ist die Haltung nicht. "Es bedarf immer ein bisschen Aufwand mit den kleinen Tieren", so Hendel. Die Winzlinge sind ursprünglich eher in Südeuropa unterwegs. Sie leben nicht tief unter der Erde, sondern im Laub oder Moos.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Die Lebenserwartung liegt bei nur zwei bis zweieinhalb Jahren, Nachwuchs gibt es meist zwischen Frühjahr und Herbst. Aktuell leben 18 Spitzmäuse im Zoo.
Ein besonderer Hingucker ist der Nachwuchs: Die Jungtiere beißen sich gegenseitig in den Schwanz und bilden eine Art Karawane, wenn sie gemeinsam umziehen. Dieses lustige Schauspiel hat sogar schon ein Team der BBC im Dresdner Zoo gefilmt.
Titelfoto: Thomas Türpe