Hausmeister wegen Sexpuppe vor Gericht
Dresden - Bei einer Durchsuchung bei Hausmeister Danilo O. (49) fand die Polizei eine Kinderpuppe mit ausgeschnittenem Loch im Genitalbereich in dessen Schlafzimmer. Er meinte, das sei alles nur ein Missverständnis. Doch das sahen weder das Amtsgericht noch das Landgericht Dresden so.
In den USA wird Kinderpornografie automatisiert erfasst, Fälle im Ausland dann den entsprechenden Behörden gemeldet. So kam Danilo O. in Verdacht, über die Video-Chatplattform "Omegle" mit einem nackten Mädchen gechattet zu haben.
Beweise fanden sich zwar keine. Dafür die umgebaute Puppe auf dem Schrank. Gegen einen Strafbefehl wegen Besitzes von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild legte er Widerspruch ein, gegen das Urteil vom Amtsgericht ging er in Berufung und landete am Mittwoch vor dem Landgericht.
Sein Verteidiger meinte, Danilos Bruder habe dessen Kindern die handelsübliche Puppe geschickt, als sie nicht mehr gebraucht wurde, sei sie auf dem Schlafzimmerschrank liegengeblieben.
Die Kinder hätten da auch dran rumgeschnitten, so sei es zu dem Loch gekommen.
"Im Spiel haben wir da Bausteine reingesteckt", so der Angeklagte. Warum die Puppe dann aber drei Jahre in seinem Schlafzimmer blieb, konnte er nicht schlüssig erklären.
Richter glaubt nicht an etwas anderes als an "sexuellen Hintergrund"
Und so verwarf das Landgericht seine Berufung und auch die der Staatsanwaltschaft, die eine höhere Strafe wollte. "Wir haben uns die Puppe angesehen", so der Richter.
"Und ich habe da deutliche Unterschiede zu einer normalen Puppe gesehen." So seien auch ohne das Loch Schamlippen und Brüste angedeutet gewesen. "Mir fällt im Schlafzimmer keine andere Verwendungsmöglichkeit dafür ein als ein sexueller Hintergrund."
Urteil: 2700 Euro Strafe.
Titelfoto: Peter Schuster
