Das sagt der BSW-Chef zu Plagiatsvorwürfen gegen Ministerpräsident Voigt
Von Stefan Hantzschmann
Thüringen - Der BSW-Bundesvorsitzende Fabio De Masi (45) hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (48, CDU) aufgefordert, Zweifel an seiner Dissertation auszuräumen.
"Eine plagiierte Doktorarbeit von Ministerpräsident und Professor Voigt wäre nicht hinnehmbar!", teilte De Masi mit. Dem Thüringer Regierungschef stehe der Rechtsweg offen und man müsse den Ausgang des Verfahrens abwarten.
"Allerdings ist er aufgefordert, jeden Zweifel an seiner wissenschaftlichen Redlichkeit aus der Welt zu schaffen", so De Masi.
Zuvor hatte Voigt über die Thüringer Staatskanzlei bekanntgeben lassen, dass die Technische Universität Chemnitz ihm seinen Doktorgrad entzieht.
Die Prüfung hatte die Hochschule angestoßen, nachdem sie wenige Wochen vor der Landtagswahl 2024 von dem als Plagiatssucher bekannten österreichischen Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber auf mögliche Mängel in Voigts Arbeit hingewiesen worden war.
Voigt sieht Kern seiner Doktorarbeit intakt
Voigt sieht den Kern seiner wissenschaftlichen Arbeit intakt und hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Uni zu klagen. Zudem kritisierte er das Prüfverfahren der Hochschule. Die TU Chemnitz teilte mit, dass die Entscheidung im zuständigen erweiterten Fakultätsrat einstimmig getroffen worden sei. Man habe sich mit allen vorliegenden Informationen intensiv auseinandergesetzt.
De Masi forderte, die Thüringer Staatskanzlei dürfe keinen Druck auf die TU Chemnitz und deren wissenschaftlichen Gremien ausüben "oder für die privaten Themen von Herrn Voigt eingespannt werden!" Voigt führt in Thüringen die bisher bundesweit einzige Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD.
Titelfoto: Bildmontage: Michael Kappeler/dpa, Martin Schutt/dpa
