Ist Schwarzfahren in Thüringen bald nicht mehr strafbar?

Von Stefan Hantzschmann

Thüringen - Thüringens Justiz-Staatssekretär Christian Klein hält Forderungen nach einer Entkriminalisierung von Schwarzfahren für ein falsches Signal.

Angesichts überlasteter Gerichte und Gefängnisse wurde die derzeit geltende Praxis im Falle von Schwarzfahrern infrage gestellt. (Archivbild)  © Carsten Koall/dpa

"Wer bewusst ohne Ticket fährt, verschafft sich einen Vorteil auf Kosten der ehrlichen Fahrgäste. Ohne das Strafrecht würde es noch mehr Passagiere ohne Ticket geben", sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Dies wiederum hätte zur Folge, dass die Fahrpreise steigen würden, um das auszugleichen. "Am Ende wären genau diejenigen benachteiligt, die sich korrekt verhalten", erläuterte Klein.

Hintergrund ist ein Vorstoß von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte, es sprächen aus ihrer Sicht gute Gründe für eine Entkriminalisierung.

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Angesichts überlasteter Gerichte und Gefängnisse stellte sie die derzeit geltende Praxis infrage: "Gehören Menschen, die sich keinen Fahrschein leisten können und schließlich mit einer Ersatzfreiheitsstrafe im Gefängnis landen, wirklich dorthin?"

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Im Zuge der geplanten Modernisierung des Strafrechts, auf die sich die schwarz-rote Koalition in Berlin verständigt habe, müsse deshalb auch die Strafwürdigkeit des Schwarzfahrens kritisch geprüft werden.

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