Trotz Anfeindungen und Protesten: Mahmud-Moschee in Erfurt eingeweiht

Von Simone Rothe, Christian Rüdiger

Erfurt - Nach über sieben Jahren Bauzeit und Anfeindungen ist am Samstag Thüringens erster Moschee-Neubau in Erfurt eröffnet worden.

Die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde wurde offiziell eingeweiht.
Die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde wurde offiziell eingeweiht.  © Bodo Schackow/dpa

Die Mahmud-Moschee im Ortsteil Marbach wurde von der Ahmadiyya Gemeinde erbaut. Nach deren Angaben handelt es sich um das erste muslimische Gotteshaus mit Kuppel und einem kleinen Minarett in den fünf ostdeutschen Bundesländern. Am Sonntag sei die Öffentlichkeit zu einem "Tag der offenen Moschee" eingeladen.

Zu den Gästen der Eröffnungsfeier gehörten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Landesgemeinde sowie Landes- und Kommunalpolitiker.

"Der Weg bis hierher war lang und von Herausforderungen und Prüfungen geprägt", sagte der Sprecher der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde, Mohammad Suleman Malik. Die Moschee solle ein Haus des Gebets sein, aber auch ein Haus des Dialogs, des Respekts - sie solle "eine Brücke bauen zwischen Menschen und zwischen Religionen".

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Die Gemeinde stehe zu Prinzipien wie Friedfertigkeit, Transparenz, Offenheit und Dialog sowie für soziales Engagement.

Mahmud-Moschee vollständig durch Spenden finanziert

Die Moschee in Erfurt-Marbach soll ein Symbol für Frieden, Liebe und Harmonie sein.
Die Moschee in Erfurt-Marbach soll ein Symbol für Frieden, Liebe und Harmonie sein.  © Bodo Schackow/dpa

Nach Bekanntgabe des Projekts 2016 und noch vor dem Baustart 2018 hatte es Proteste gegen den Neubau der relativ kleinen Moschee und Anfeindungen gegen die Gemeinde gegeben. Gegner des Projekts hatten etwa in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt.

Angekündigte Proteste blieben bei der Einweihung aus. Nur eine einzelne Person stand mit einem Plakat vor dem Eingang.

Das Gebäude verfügt über einen Gebetsraum, ein acht Meter hohes Zierminarett sowie eine Wohnung für den Imam. Der Bau wurde vollständig durch Spenden finanziert. Die Kosten belaufen sich demnach auf rund 1,35 Millionen Euro.

Die Ahmadiyya-Gemeinde zählt nach Angaben ihres Sprechers in Thüringen rund 100 Mitglieder. In Erfurt besteht die Gemeinde seit September 1990.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

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