Zalando-Aus in Erfurt: Betriebsrat und Management fangen an zu reden
Von Simone Rothe
Erfurt - Wochenlang herrschte nach dem Aus des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt Funkstille. Nun wurden Gespräche zwischen dem Betriebsrat und dem Management aufgenommen.
"Wir haben uns zusammengesetzt", sagte Betriebsratsmitglied Jana Clausen auf Anfrage in Erfurt. Der Arbeitnehmervertretung gehe es dabei zunächst um eine wirtschaftlich fundierte Begründung dafür, warum das Erfurter Logistikzentrum von Zalando mit 2700 Arbeitnehmern Ende September komplett geschlossen werden soll.
"Wir brauchen Zahlen, Daten, Fakten", erklärte Clausen. "Wir werden einen Fragenkatalog aufstellen, wir wollen in die Tiefe gehen." In einem zweiten Schritt gehe es dem Betriebsrat darum, anhand der Daten über Alternativen zum Aus für das Logistikzentrum zu sprechen. "Wir wollen schauen, gibt es alternative Szenarien."
Die Arbeitnehmervertretung werde von einer Beraterin und einem Anwalt unterstützt. Im Gegensatz zu den Plänen des Zalando-Managements werde bisher weder über einen Interessenausgleich noch einen Sozialplan verhandelt.
Nach Angaben von Clausen steht der Termin für eine geplante Jobbörse fest, bei der es vor allem um berufliche Perspektiven für die Zalando-Beschäftigten gehe, deren befristete Verträge in den nächsten Wochen enden. Der Betriebsrat schätzt diese Gruppe auf etwa 500 Arbeitnehmer.
Jobbörse im Steigerwaldstadion
Die Jobbörse sei für den 26. Februar im Steigerwaldstadion in Erfurt geplant. Erwartet würden etwa 60 Arbeitgeber aus der Region, die offene Stellen besetzen wollen. Laut Arbeitsagentur reicht das Spektrum von Logistik über Pflege, Gastgewerbe und Handel bis Handwerk.
Das Management des Internet-Modehändlers ließ bisher an der Standort-Schließung in Erfurt keinen Zweifel. Das war kürzlich auch bei einer Betriebsversammlung in Erfurt bekräftigt worden.
Titelfoto: Jacob Schröter/dpa
