Von Simone Rothe
Erfurt - Das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt wird schrittweise auf die Schließung vorbereitet. "Der Wareneingang wird langsam verringert", sagte ein Konzernsprecher auf dpa-Anfrage in Berlin.
Noch laufe das Logistikzentrum jedoch im Drei-Schicht-Betrieb weiter. Das Unternehmen halte daran fest, dass der Standort in Erfurt Ende September aufgegeben wird. Dafür liefen die Vorbereitungen an.
Betroffen von der umstrittenen Entscheidung des Internet-Modehändlers sind rund 2100 Arbeitnehmer in Thüringen. Sie stammen nach Unternehmensangaben aus mehr als 60 Nationen. Alle Beschäftigten seien so auch über den am 9. Juli nach wochenlangem Tauziehen unterschriebenen Sozialplan informiert worden.
Der Sozialplan regelt vor allem ihre finanziellen Abfindungen, sieht zum Bedauern der Arbeitnehmervertretung jedoch keine Transfergesellschaft vor, die beispielsweise Weiterbildung anbietet, um Beschäftigten einen Neustart zu ermöglichen.
Wann genau die Kündigungsschreiben an die vielfach langjährigen Mitarbeiter verschickt werden, konnte der Unternehmenssprecher nicht genau sagen. Das werde jedoch in nächster Zeit erfolgen. Massenkündigungen wie bei Zalando müssen sich genau an arbeitsrechtliche Regeln halten.
Mehrheit der Betroffenen mit festen Verträgen
Es sei nicht ausgeschlossen, dass einzelne Mitarbeiter über den Schließungstermin hinaus bezahlt freigestellt würden. Das hänge von der Betriebszugehörigkeit und individuellen Verträgen ab, so der Unternehmenssprecher.
Zalando hat nach seinen Angaben für die Schließung des Erfurter Logistikzentrums Rückstellungen von rund 80 Millionen Euro gebildet - für den Sozialplan, aber auch wirtschaftliche Risiken.
Der Sozialplan ist eine Voraussetzung für die Kündigungen. Nach Betriebsratsangaben haben rund 1800 Arbeitnehmer eine feste Anstellung, bei den anderen etwa 300 liefen befristete Verträge aus.