Anklage wegen Mordversuchs: Pflegerin von Geräuschen gestört?

Von Jenny Tobien, Jens Albes, Mona Wenisch

Frankfurt am Main - Schreckliche Vorwürfe! Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat wegen des Verdachts des versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung Anklage gegen eine Pflegerin eines Heims im Main-Taunus-Kreis erhoben.

Ein Pulsoximeter erfüllt einen wichtigen Zweck. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Die Deutsche soll zwischen Mitte und Ende Februar des Jahres 2025 insgesamt vier Taten begangen haben, wie die Ermittlungsbehörde nun mitteilte.

Sie sei als Pflegefachkraft in einer Seniorenresidenz beschäftigt gewesen. Die Frau soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dort drei Wachkomapatienten ein sogenanntes Pulsoximeter entfernt haben.

Dieses wichtige Gerät dient zu der Überwachung der Sauerstoffsättigung und auch des Pulses.

Frankfurt am Main Hunderte neue Arbeitsplätze winken! Siemens investiert Mega-Summe in Hessen

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr entsprechend vor, die besagten Geräte entfernt zu haben, "um während ihrer Nachtschicht nicht durch optische oder akustische Alarmsignale gestört und zu pflegerischen Handlungen veranlasst zu werden".

Ein Patient habe in eine Klinik gebracht werden müssen, andere hätten sich teils in kritischem Zustand befunden.

Anzeige
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhebt schwere Vorwürfe gegen die Pflegerin.  © Boris Roessler/dpa

Staatsanwaltschaft Frankfurt: Frau hat Tod billigend in Kauf genommen

"Bei allen Fällen soll die Angeschuldigte jeweils den Tod der Patienten zumindest billigend in Kauf genommen haben und ihr soll auch bewusst gewesen sein, dass sich der Zustand der Patienten unmittelbar lebensbedrohlich verändern könnte", schrieb die Staatsanwaltschaft. Das Landgericht Frankfurt muss nun über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheiden.

Nach früheren Angaben wurde die 53-Jährige im Main-Taunus-Kreis festgenommen - wo genau, wurde nicht bekannt gegeben.

Sie sitzt seit dem 20. Januar in Untersuchungshaft.

Mehr zum Thema Frankfurt am Main: