Katastrophen-Panne im Jura-Examen: Zwei Dutzend Klausuren verschollen

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Von Taylan Gökalp

Frankfurt am Main - In Hessen sind bei der Prüfung zum Ersten Juristischen Staatsexamen 24 Klausuren auf dem Postweg verloren gegangen.

Das juristische Staatsexamen gilt als eine der härtesten Prüfungen in Deutschland.
Das juristische Staatsexamen gilt als eine der härtesten Prüfungen in Deutschland.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Erstkorrektor habe dem Justizprüfungsamt den Wechsel seiner Anschrift versehentlich nicht mitgeteilt, wie das Justizministerium auf Nachfrage bestätigte. In der Folge landete das Paket mit den im Februar geschriebenen Klausuren im Treppenhaus der alten Anschrift und ging dann verloren.

Das juristische Staatsexamen gilt als eine der härtesten Prüfungen in Deutschland. In Hessen müssen die Prüflinge unter anderem sechs fünfstündige Klausuren aus verschiedenen Rechtsgebieten ablegen.

Sie bereiten sich in der Regel monatelang, nicht selten auch weit mehr als ein Jahr lang, darauf vor. An dem Prüfungssystem gibt es seit Jahren Kritik, unter anderem wegen des großen Drucks, der mit den Prüfungen einhergeht. 

Prüfungsamt bietet Lösung an

Umso frustrierender dürfte es für die betroffenen Prüflinge gewesen sein, dass ihre Klausuren, auf die sie sich so lange vorbereitet hatten, nicht mehr aufzufinden waren.

Das Justizprüfungsamt hat ihnen nun eine Lösung angeboten, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte: "Sie konnten den Durchschnitt der fünf vorhandenen Klausuren als Ergebnis ihrer schriftlichen Prüfung gelten lassen. Dann zählt die mündliche Prüfung anteilig mehr, was in aller Regel ein Vorteil ist."

Oder die Prüflinge könnten sich für ein Nachschreiben der Klausur in der nächsten Kampagne im Juli 2026 mit mündlicher Prüfung im Dezember 2026 entscheiden.

Noch müssen die Examensklausuren mit der Hand geschrieben werden. Das soll sich aber ändern. (Symbolfoto)
Noch müssen die Examensklausuren mit der Hand geschrieben werden. Das soll sich aber ändern. (Symbolfoto)  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Zwei Prüflinge wollen nachschreiben

Laut Justizministerium haben sich 22 Prüflinge dafür entschieden, im Juni in die mündliche Prüfung zu gehen und damit die fünf bereits geschriebenen Klausuren als Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteils stehen zu lassen. Die anderen beiden möchten die Klausur im Juli nachschreiben. 

Da die Examensklausuren per Hand geschrieben wurden, lagen sie nicht in digitaler Form vor. Eingescannt wurden sie auch nicht, wie das Ministerium weiter bestätigte.

Das soll sich aber nach dem Willen des Justizprüfungsamtes ändern, wie dieses dem Fachportal "Legal Tribune Online" (LTO) mitteilte.

"Das Justizprüfungsamt setzt sich für eine zügige Einführung des E-Examens auch in der staatlichen Pflichtfachprüfung ein. Verluste auf dem Postweg können nicht vollständig ausgeschlossen werden", heißt es da.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

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