Frankfurt am Main - "Es war Krieg! Es war ein Kriegszustand, anders kann man das nicht bezeichnen." So drastisch schildert ein Frankfurter Ladenbesitzer die Plünderung seines Geschäfts im Anschluss an die "Gen Z regelt"-Demonstration in der Banken-Stadt am Samstag.
Martin Hüls, der Betreiber des Concept-Stores "'s Fachl Frankfurt" in der City der Mainmetropole, äußerte sich in der jüngsten Ausgabe des Boulevard-Magazins "Stern TV" zu den heftigen Ausschreitungen.
Dort kommt auch Jost Wiebelhaus zu Wort, der das Sportgeschäft "Frankfurter Laufshop" betreibt. Auch sein Laden wurde bei den Krawallen im Anschluss an den "Gen Z"-Protest am Samstag geplündert.
"Man ist schon ein bisschen unter Schockstarre, muss man sagen, weil die Dynamik der erst friedlichen Demonstration dann so eskaliert ist, und weil wir gehofft haben, dass eben nichts passiert", erklärte der Einzelhändler.
Insgesamt wurden fünf Läden in der Frankfurter City von Randalierern geplündert. Die Ausschreitungen begannen, nachdem die Frankfurter Polizei den Protestzug am Samstag aufgelöst hatte. Zuvor waren die Beamten von einzelnen Demonstrierenden mehrfach mit Böllern und Steinen attackiert worden.
Bis dahin hatten rund 8000 Menschen in Frankfurt größtenteils friedlich für mehr staatliche Investitionen in Bildung und Soziales und gegen die Wehrpflicht demonstriert.
"Gen Z"-Sprecherin Emma Hübner: Diese Gewalt ist falsch
In der jüngsten "Stern TV"-Folge wird auch "Gen Z"-Sprecherin Emma Hübner interviewt. Sie findet klare Worte zu den Krawallen und Plünderungen nach der Demonstration in Frankfurt: "Diese Gewalt ist falsch und davon distanzieren wir uns, die lehnen wir ab."
Die junge Aktivistin betonte, dass ihre Bewegung Gewalt als Mittel "zu keinem Moment" unterstützt habe: "Unser Ziel war und ist von Anfang an gewesen, dass wir friedlich protestieren."
Hübner mahnte gegenüber "Stern TV", dass die "Gen Z regelt"-Demonstrationen nicht auf die Ausschreitungen reduziert werden dürften.
Es dürfe nicht vergessen werden, dass Tausende Menschen am Samstag für "ein besseres Bildungssystem, für mehr Investitionen in Bildung, für ein Gesundheitssystem, dass die Menschen gut versorgt und gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht" demonstrierten.
Für den 20. November ruft "Gen Z regelt" erneut zu Protesten in zahlreichen Städten in Deutschland auf, darunter ist auch wieder Frankfurt am Main. Laut Angabe auf Genz-regelt.de haben bereits mehr als 2500 Personen ihre Teilnahme an der Demo in der Banken-Stadt zugesagt.