Winter in Hessen: So meistern die Tiere im Frankfurter Zoo Eis und Kälte

Von Jenny Tobien

Frankfurt am Main - Beheizte Felsen für die Löwen, Wärmemöglichkeiten für die Erdmännchen oder das dicke Winterfell der Alpakas: Bei der eisigen Kälte helfen natürliche Anpassung oder technische Unterstützung den Tieren im Frankfurter Zoo.

Die Alpkakas im Frankfurter Zoo haben sich mit ihrem Winterfell den aktuellen Temperaturen angepasst.
Die Alpkakas im Frankfurter Zoo haben sich mit ihrem Winterfell den aktuellen Temperaturen angepasst.  © Michael Brandt/dpa

Einige Tiere seien aufgrund ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete sicherlich besser an die aktuellen Temperaturen angepasst als andere.

"Bei manchen, wie den Steinböcken oder den Trampeltieren, ist das keine Überraschung, die haben jetzt zum Beispiel ihr eindrucksvoll dichtes Winterfell, das sie so gut wärmt, dass sie sich nur manchmal in ihren Unterstand zurückziehen", sagt Zoo-Sprecherin Christine Kurrle.

"Aber auch unsere Tiger – vor allem die beiden Jungtiere – lassen sich von Schnee und Kälte nicht abschrecken."

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Auch die Löwen machen demnach immer wieder Ausflüge auf die Außenanlage, wo es sogar beheizte Liegefelsen gibt. "Aber natürlich brauchen diese tropischen Arten jederzeit Zugang zu warmen Innenbereichen", betont Kurrle.

Auch Tiger wagen sich ab und zu in Kälte und Schnee. (Symbolbild)
Auch Tiger wagen sich ab und zu in Kälte und Schnee. (Symbolbild)  © Danny Lawson/PA Wire/dpa
Vor allem die beiden im vergangenen Mai erstmals der Öffentlichkeit präsentierten Jungtiere im Frankfurter Zoo sind neugierig auf den Winter.
Vor allem die beiden im vergangenen Mai erstmals der Öffentlichkeit präsentierten Jungtiere im Frankfurter Zoo sind neugierig auf den Winter.  © Lando Hass/dpa

Trampeltiere können bis zu minus 30 Grad aushalten

Die Alpakas sind Temperaturschwankungen gewohnt und können dementsprechend gut damit umgehen.
Die Alpakas sind Temperaturschwankungen gewohnt und können dementsprechend gut damit umgehen.  © Michael Brandt/dpa

Welche Arten sind besonders flexibel und anpassungsfähig? Das seien jene, die aus kühleren Regionen kämen oder an Lebensräume mit jahreszeitlichen Temperaturschwankungen angepasst seien – wie etwa die Trampeltiere. "Sie können Temperaturen von minus 30 Grad bis über plus 40 Grad aushalten."

Und da seien die Tiere aus Regionen mit großen tageszeitlichen Temperaturschwankungen – etwa Wüsten oder das Hochland von Bergregionen: "Unsere Vikunjas und deren domestizierte Verwandte, die Alpakas, haben jetzt ein dichtes Winterfell, das durch Hohlräume in den Haaren besonders gut isoliert."

Neben dem Winterfell gebe es aber noch weitere natürliche Tricks, um über die frostigen Wintertage zu kommen, wie eine Speckschicht oder das Energiesparen. "Unsere Europäischen Sumpfschildkröten zum Beispiel haben sich in ihren Teichen in den Schlamm gewühlt und halten Winterruhe."

Achtung Rutschgefahr - besonders für Huftiere

Huftiere - wie die Giraffen - müssen im Winter im Stall bleiben, wenn die Böden gefroren sind, da sie darauf dann keinen Halt finden und stürzen können. (Symbolbild)
Huftiere - wie die Giraffen - müssen im Winter im Stall bleiben, wenn die Böden gefroren sind, da sie darauf dann keinen Halt finden und stürzen können. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa

Laut den Angaben steht einem großen Teil der Tiere sowohl ein Innen- als auch ein Außenbereich zur Verfügung.

Dabei sei Kälte für die meisten gar nicht das große Problem, solange es Orte gebe, an denen sie sich aufwärmen könnten. Das könne der Stall sein oder auch eine Wärmelampe im Außenbereich.

"Kritischer als ein kurzer Aufenthalt an der frischen Luft sind für unsere Huftiere die gefrorenen Böden, auf denen ihre Hufe keinen Halt finden", sagt Kurrle. "Giraffen, Zebras & Co. müssen dann gegebenenfalls für einige Zeit im Stall bleiben."

Größere Probleme mit der Kälte hätten vor allem die exotischeren Arten, also Reptilien-, Amphibien- und Fisch-, aber auch Vogelarten. "Diese Arten werden bei uns aber ganzjährig in dem für sie passenden Klima gehalten oder haben Winterquartiere."

Titelfoto: Bild-Montage: Lando Hass/dpa, Michael Brandt/dpa

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