Von Jenny Tobien, Andrea Löbbecke
Frankfurt am Main - Sie sind nicht wegzudenken, sorgen aber für Probleme: Wie umgehen mit den Stadttauben?
Neben Eiertausch und Fütterungsverbot nimmt die Stadt noch eine andere Möglichkeit in den Blick.
"Derzeit in der Prüfung ist die Vasektomie der Täuber", sagte der Taubenbeauftragte Dominik Legrum. "Sie ist organisatorisch nicht leicht umzusetzen, hat aber wegen der Monogamie von Tauben das Potenzial, ein Brutpaar dauerhaft aus dem Reproduktionskreislauf herauszunehmen."
Bei der Vasektomie - also einer Sterilisation - wird bei einer kleinen Operation durch den Tierarzt der Samenleiter durchtrennt. In Wiesbaden laufen nach Angaben der Landeshauptstadt gerade die Vorbereitungen für ein Vasektomie-Projekt.
Legrum ist in der Mainmetropole inzwischen seit Mitte des Jahres 2025 bereits als eigens ernannter Taubenbeauftragter im Dienst unterwegs.
Ziel sei es, eine kleinere, gesündere Population aufbauen und sogenannte Tauben-Hotspots zu entschärfen. Das sind Orte, an denen das Zusammenleben von Mensch und Taube nicht funktioniert, etwa unter frequentierten Brücken.
Taubenbeauftragte Dominik Legrum: "Tauben gehören zu Frankfurt dazu"
In der Stadt gebe es bislang ein betreutes Taubenhaus, in dem sich Tauben zum Brüten ansiedeln könnten.
"Das bedeutet, die meisten Stadttauben leben 'frei' unter Brücken, auf Balkonen und an anderen Orten, ihre Population ist deshalb weitestgehend unkontrolliert."
Legrum betont allerdings auch unmissverständlich: "Tauben gehören zu Frankfurt dazu."
Ziel sei der entsprechende Aufbau eines Netzes betreuter Taubenhäuser, das den Tieren gute Lebensbedingungen hinsichtlich Nahrung und Nistplätzen ermögliche und gleichzeitig ihre Zahl durch den Eiertausch deutlich zu reduzieren.
Dabei werden Taubeneier eingesammelt und im Anschluss durch Fake-Eier ersetzt.