Frankfurt am Main - Die Hälfte der Bäume ist stark beschädigt, gesunde Bäume sind kaum zu finden: Der Frankfurter Stadtwald ist in einem sehr schlechten Zustand! Dies geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht des Grünflächenamts der Stadt hervor.
Bereits im letzten Jahr seien rund 45 Prozent aller Bäume im Stadtwald stark geschädigt gewesen. In diesem Jahr sei die Zahl nun auf 49,7 Prozent gestiegen, ein neuer Höchstwert seit Beginn der Erhebungen.
"Die Kombination aus Trockenheit und Hitze führt zu Schäden in einem Ausmaß, das wir so bisher nicht kannten. Besonders die älteren Bäume leiden darunter", betont Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (35, Grüne) bei der Vorstellung des Berichts am Mittwochnachmittag.
"Der Zustand unseres Stadtwaldes zeigt, wie dringend wir beides brauchen: konsequenten Klimaschutz, damit sich die Erderwärmung nicht weiter verschärft, und eine vorausschauende Anpassung an die Folgen, die bereits heute spürbar sind", ergänzte die Dezernentin.
Laut dem Bericht des Grünflächenamts gehen die Schäden an den Bäumen im Stadtwald vor allem auf die Witterung der vergangenen Jahre und das extreme Jahr 2026 zurück. Konkret wurde auf das ebenso trockene wie warme Frühjahr und die extreme Hitze des Sommers verwiesen.
Heimische Baumarten sollen den Frankfurter Stadtwald anpassungsfähiger machen
Demnach zeigen fast alle Bäume des Frankfurter Waldes (96,4 Prozent) sogenannte Kronenverlichtungen, also den sichtbaren Verlust von Nadeln oder Blättern in der Baumkrone.
Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Die Anzahl der Bäume ohne Kronenverlichtung (3,6 Prozent) ist im Vergleich zum Vorjahr (2,3 Prozent) gestiegen.
Um den Stadtwald anpassungsfähiger im Hinblick auf Trockenheit und Hitze zu machen, sollen künftig "Flächen gezielt mit unterschiedlichen heimischen Baumarten" aufgeforstet werden.
Dazu zählten etwa Traubeneiche, Esskastanie und Vogelkirsche, betonte ein Sprecher des Frankfurter Grünflächenamts.