Papagei, Mini-Kolibri oder Schmetterlinge: Diese Exemplare sind etwas Besonderes

Von Jenny Tobien

Frankfurt am Main - In der Luft liegt ein beißender Geruch nach Mottenpulver, der Raum steht voll mit Holzschränken. Darin verbogen: mehr als 100.000 Vogel-Präparate - also etwa ausgestopfte Tiere, allerdings auch Skelette und Eier.

Der Kuba-Ara ist um das Jahr 1870 ausgestorben.  © Boris Roessler/dpa

Gerald Mayr hebt ein ganz besonderes Exemplar aus der Schublade: "Das ist ein Kuba-Ara, ein Papagei von der gleichnamigen Insel. Diese Art ist um 1870 ausgestorben", sagt der Leiter der Ornithologie vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum zu dem seltenen Objekt.

Insgesamt gebe es weltweit nur noch weniger als 20 historische Präparate des bunten Vogels.

Ein anderes, deutliches kleineres Exemplar ist eine Hummelelfe von 1871. Das Tier, auch Bienenkolibri genannt, werde nur um die sechs Zentimeter groß.

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"Das ist ziemlich selten inzwischen, davon haben wir auch nur zwei Stück. Das ist eines der kleinsten warmblütigen Wirbeltiere überhaupt", sagt Mayr, als er das Mini-Tier auf seiner großen Hand hält. 

Ara und Kolibri sind lediglich zwei von mehr als 40 Millionen Objekten in den wissenschaftlichen Sammlungen Senckenberg. Diese befinden zum größten Teil in Frankfurt, aber auch in Städten wie Dresden und Görlitz. 

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Gerald Mayr, Leiter der Ornithologie vom Senckenberg-Museum, zeigt ein ganz besonderes Exemplar.  © Boris Roessler/dpa

Frankfurter Senckenberg Naturmuseum: Teile der Sammlung sind bereits digitalisiert

Auch Schmetterlinge von den Philippinen gehören zur Sammlung.  © Boris Roessler/dpa

Im Frankfurter Senckenberg Naturmuseum, das im Jahr 1821 eröffnet wurde, werden um die 11.000 Exponate gezeigt. Am bekanntesten sind dabei wahrscheinlich die Dinosaurier-Skelette und die Anakonda, die das Wasserschwein verschlingt.

Bei Sonderausstellungen wird auch auf die verborgenen Schätze in den Sammlungen zurückgegriffen, die sonst der Forschung dienen.

Dazu gehören Fossilien, Pflanzen, Insekten, Knochen und präparierte Tiere unterschiedlicher Arten. In einem Gebäude lagern etwa mehr als 1,2 Millionen Tag- und Nachtfalter in allen möglichen Farben. Darunter eine große Sammlung von den Philippinen, die einst als Spende übergeben wurde. 

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Die Sammlung der Schmetterlinge muss laut Steffen Pauls, Leiter der Abteilung Terrestrische Zoologie, bei rund 18 Grad gehalten werden und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent, "damit sich keine Museumskäfer entwickeln können". Sie seien wie Mumien, "würden sich ewig halten, wenn keine Insekten daran kommen - oder Feuchtigkeit".

Die Hummelelfe wurde nur um die sechs Zentimeter groß.  © Boris Roessler/dpa

Worauf ist bei der Lagerung der Vogel-Exemplare zu achten?

Das erkläre auch den Geruch nach Mottenpulver. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass es bei den Temperaturen keine besonderen Schwankungen gebe. Dass es nicht zu heiß, zu kalt und feucht werde, sonst könnten die Exponate schimmeln.

"Aber das hat jetzt schon seit 200 Jahren ganz gut funktioniert", so Pauls.

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