Pro-kurdische Demonstrationen in Frankfurt, Kassel und Fulda: Polizei zieht Fazit
Von Jenny Tobien, Michael Brandt
Frankfurt/Kassel/Fulda - In Frankfurt haben sich etwa 550 Demonstranten vor dem Hintergrund der zugespitzten Lage in Nordsyrien zu einer pro-kurdischen Demonstration versammelt.
"Das verlief alles soweit friedlich", erklärte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch zum Ablauf.
Zu der Demonstration, die vom Hauptbahnhof bis zum Römer führte, hatten mehrere Bündnisse und Initiativen aufgerufen, um ein Zeichen für mehr Solidarität mit den Kurden in Syrien zu setzen.
Teilnehmer hielten etwa Schilder mit der Aufschrift "Kurdistan lebt - Stop Killing Kurds" in die Höhe.
Truppen der Regierung und die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte liefern sich Kämpfe um Macht, Einfluss und Gebietskontrolle in Nord- und Ostsyrien.
"Wir warnen, dass trotz angekündigter Waffenruhen weiterhin schwere Menschenrechtsverletzungen gemeldet werden", lautete die Kritik der Demonstranten.
Pro-kurdische Demo auch in Kassel
Auch in Kassel war es am Mittwochabend zu einer pro-kurdischen Demo gekommen. Laut Polizei versammelten sich 300 Menschen am Königsplatz.
Es habe keine besonderen Vorfälle gegeben, sagte ein Sprecher. Bei einer ähnlichen Demonstration in Fulda gingen am Nachmittag laut Polizei ebenfalls 500 Menschen gemeinsam friedlich auf die Straße.
Am Dienstag hatten sich etwa 5000 Demonstranten auf dem Frankfurter Römerberg versammelt. Im Laufe des Aufzuges wurde laut Polizei vereinzelt Pyrotechnik aus der Menge heraus gezündet.
Ein Mensch erhielt außerdem wegen Streitigkeiten einen Platzverweis, gegen eine weitere Person wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil sie gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz verstieß.
Im Nordosten Syriens ist die Lage trotz eines eigentlich vereinbarten Waffenstillstands angespannt.
Die Truppen der Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) haben dort Gebiete der SDF eingenommen. Al-Scharaa will die bisher kurdisch verwalteten Gebiete unter Kontrolle der Regierung in Damaskus bringen.
Titelfoto: Michael Brandt/dpa

