Frau bestellt im Sex-Shop, dann wird sie wegen der Lieferung zur Polizei geladen

Hamburg - Eine junge Frau aus Hamburg hat kürzlich Sex-Spielzeuge bestellt. Nun muss sie wegen der Lieferung zur Polizei. Wieso?

Die junge Hamburgerin hatte sich einen Satisfyer bestellt, der aber nie ankam. (Symbolbild)
Die junge Hamburgerin hatte sich einen Satisfyer bestellt, der aber nie ankam. (Symbolbild)  © Dainis Graveris/Unsplash

Über die Geschichte berichtete die Hamburgerin in der App Jodel. "Hab bei eis.de [Anm. d. Red.: eis.de ist ein Online-Shop für Sex-Spielzeuge] bestellt und warte seit drei Wochen auf mein Paket. Schiebe Hass auf Hermes...", schrieb die junge Frau.

Dann änderte sich die Lage vor wenigen Tagen schlagartig. Die Frau bekam Post. Damit nahm die Geschichte eine unerwartete Wende.

"Heute kam ein Brief von der Polizei Hamburg 'Zeugenaussage bewaffneter Paketdiebstahl'. Ich darf jetzt der Polizei von meinem Paketinhalt berichten", schrieb die Hamburgerin am Dienstag. Anscheinend wurde ihre Lieferung bei einem Überfall auf den Paketboten gestohlen. Eine Polizeimeldung für den fraglichen Zeitraum liegt nicht vor.

Klingt unrealistisch und ausgedacht? Theoretisch möglich. Denn die Stärke von Jodel ist ihre Anonymität. In der App kann jeder ohne Angabe eines Namens einfach drauflos schreiben. Nur der ungefähre Standort des Verfassers ist sichtbar. Auch die Antworten anderer Nutzer bleiben anonym. Daher weiß man oft nicht, ob die erzählten Geschichten stimmen, oder erfunden sind. Das ist aber ein Reiz der App.

Im aktuellen Fall nahm die Hamburgerin den Skeptikern ganz einfach den Wind aus den Segeln: Sie lud ein Foto der Vorladung hoch.

So berichtete die junge Frau vom gestohlenen Paket auf Jodel

Seit drei Wochen wartet die junge Frau auf ihre Bestellung, berichtete sie in der App Jodel.
Seit drei Wochen wartet die junge Frau auf ihre Bestellung, berichtete sie in der App Jodel.  © Screenshot/Jodel

Polizei will wissen, was im Paket war - Frau verrät es auf Jodel

Statt eines Pakets mit Sex-Toys kam ein Brief von der Polizei.
Statt eines Pakets mit Sex-Toys kam ein Brief von der Polizei.  © Screenshot/Jodel

Die persönlichen Angaben verdeckte sie mit ihrer Hand. Aber deutlich ist das Wort "Zeugenfragebogen" zu lesen. Außerdem steht dort, dass unter den gestohlenen Paketen auch eines von "druckerzubehoer.de" gewesen sei.

Der Absender mag verwirren, war es doch eine Bestellung bei eis.de. Allerdings bietet der Shop einen diskreten Versand an. Dazu nutzt er unverdächtig klingende Absender.

"Was war Inhalt des Pakets?", wollen die Ermittler wissen. Das verriet die Hamburgerin den Jodel-Nutzern. "Satisfyer und ein bisschen Kleinkram, den man immer umsonst dazubekommt."

In den Jodel-Kommentaren hat ein Nutzer die Geschichte weitergesponnen: "Die beste Pointe wäre gewesen, hätte der Hermes-Bote bei dem Überfall schnell das Paket von Druckerzubehoer.de geöffnet und den Räuber mit einem Monsterdildo gewaltsam und befriedigend niedergeknüppelt."

Auch die junge Frau nahm den kuriosen Vorfall mit Humor. "Ich habe erst gestutzt und dann Tränen gelacht. Sowas kann sich ja keiner ausdenken", schrieb sie. Allerdings tue ihr der Paketbote leid.

Mit der Polizei hat sie bereits telefoniert. "War mir aber recht, dass es eine Frau war, bei einem Mann wäre ich, glaub ich, vor Scham im Boden versunken." Nun muss sie darüber nachdenken, ob sie Anzeige erstattet – und die Sex-Toys nochmal bestellt.

Titelfoto: Dainis Graveris/Unsplash

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