DJane wird während Gig von Mann bespuckt und beworfen: "Wollte vor Wut schreien"
Hamburg - Mit ihren Gigs will Shari Who sichere Räume im Nachtleben schaffen. Am Samstag legte die DJane im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Hayat Sounds" im Hamburger Mojo Club auf. Doch plötzlich wurde sie bespuckt und beworfen.
Auf Instagram äußert sich die Künstlerin nun zu ihrer Erfahrung.
"In dem Moment, in dem es passiert ist, konnte ich nicht einschätzen: War das ein Unfall oder war das Absicht?", beginnt Shari Who von vorne.
Recht schnell habe sie ein Lächeln aufgesetzt - aus Scham und weil sie niemanden verunsichern wollte. "Das war eine Übersprungshandlung von mir", betont sie. "Mein erster Impuls wäre gewesen, die Musik auszumachen und vor Wut zu schreien und zu rufen: Wer war das?"
Gleichzeitig habe sie aber auch nicht die Stimmung crashen wollen. Schließlich seien die meisten gekommen, um einfach mal zu tanzen und vom Alltag loszulassen.
Um sich herum habe sie in einige geschockte Gesichter geblickt und sich schnell die Frage gestellt: "Wenn ich angegriffen werde, wie sicher ist dieser Raum hier dann wirklich?" Doch das war nicht alles: Wenig später wurde die Djane mit einer nicht brennenden Zigarette beworfen und schließlich noch von einem fremden Mann angefasst.
Nach Ansicht der Videos habe sie sich nicht nur nochmals gedemütigt und degradiert gefühlt. "Ekel habe ich gefühlt und enorm viel Wut", sagt sie in dem Clip auf Social Media. Sie habe auch noch feststellen müssen: "Es waren Männer!"
Shari Who mit klarem Appell an Männer
In ihrem Reel richtet Shari Who dann einen klaren Appell an alle da draußen: "Wir brauchen Leute, die dieses Verhalten verurteilen."
Und eben nicht solche wie den Mann, der unmittelbar neben dem "Täter" gestanden hatte und grinste, als dieser die DJane absichtlich bespuckt hatte.
Dieser Vorfall lasse sie nun ihre eigenen Prinzipien hinterfragen, sagt sie. "Ich wollte immer nicht so weit weg spielen von den Menschen. Jetzt ist aber mein Gedanke: Ich brauche Abstand. Da war für mich einfach ein Machtgefälle."
Genau deshalb sei es der Musikerin ein großes Anliegen, sich für die sogenannten "Safe Spaces" im Nachtleben einzusetzen. "Wir brauchen die, um uns wohlfühlen zu können." In ihren Augen gebe es diese in "der mehrheitlich weißen Gesellschaft" nicht.
Zudem sei inzwischen ein Punkt erreicht, an dem man "als weiblich gelesene Person diese patriarchalen Strukturen nicht weiter dulden darf". Dafür brauche man aber gerade die Männer - solche, die laut sind, sich für Frauen einsetzen und ihre eigenen Verhaltensmuster hinterfragen.
Mit ihrem Statement will sie ein Zeichen setzen. Eines, das zeigt: "Da wurde eine Grenze überschritten. Das dulde ich nicht. Nicht heute und nicht in Zukunft."
Titelfoto: Screenshot Instagram/shari_who

