Hamburg erlaubt Prostitution: Herbertstraße nach Corona-Pause wieder geöffnet

Hamburg - Seit Monaten war auf Hamburgs sündigster Meile absolute tote Hose. Nun zieht wieder Leben ein: Die Herbertstraße auf der Reeperbahn macht auf!

Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte, steht zwischen Laura (l), und Jenny im Rahmen der Aktion des Bündnisses "Sexy Aufstand Reeperbahn".
Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte, steht zwischen Laura (l), und Jenny im Rahmen der Aktion des Bündnisses "Sexy Aufstand Reeperbahn".  © Georg Wendt/dpa

Einen Tag bevor Prostitution unter strengen Auflagen in Hamburg wieder erlaubt wird, haben die Sexarbeiterinnen noch mit einer Kunstaktion auf sich aufmerksam gemacht.

Die sonst für Frauen geschlossene, etwa 100 lange Rotlichtstraße war für die Ausstellung mit mehreren Gemälden und Fotografien von Maike Dirks, Alesh One und Christian Heidemann am Donnerstag für alle geöffnet. Interessierte durften auch einen Blick in die Häuser werfen.

Auf den Bildern der Künstler waren die Frauen der Straße in ihren Fenstern, die Prostituierten beim Demonstrieren und die 16 Häuser der Herbertstraße zu sehen. Historische Hintergründe und Details zu den Häusern und zur berühmten Rotlichtmeile konnten über einen QR-Code abgerufen werden.

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Erste Besucher schlenderten am Donnerstagabend durch die kleine Pop-Up-Ausstellung und Galerie.

Auch an den angebotenen Führungen durch ein Bordell, bei dem auch das Hygienekonzept für die Etablissements erklärt wurde, waren etliche Menschen interessiert.

"Sexy Aufstand Reeperbahn" will künstlerisch auf die Situation der Frauen hinweisen

Während der Corona-Pause blieben die Fenster in der legendären Herbertstraße unbesetzt.
Während der Corona-Pause blieben die Fenster in der legendären Herbertstraße unbesetzt.  © Christian Charisius/dpa

Mit der Aktion wollte die Gruppierung "Sexy Aufstand Reeperbahn" künstlerisch auf die Situation der Frauen hinweisen, sagte Veranstalter und Gastronom Andy am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Zudem sei die Ausstellung auch für den Stadtteil entstanden. "Wir schenken dem Stadtteil und dem Bezirk unsere Geschichten. Auch als Dank, weil das Bezirksamt Mitte uns sehr unterstützt hat."

Kurz vor Mitternacht sollte die Ausstellung wieder abgebaut werden. Einige der Prostituierten wollten dann ihre Arbeit aufnehmen, wie der Veranstalter weiter sagte.

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In der Hamburger Herbertstraße arbeiten normalerweise etwa 50 bis 100 Prostituierte. Hamburgweit sind es der Gruppierung Sexy Aufstand Reeperbahn zufolge rund 2000 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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