fritz-kola setzt auf nachhaltigen Zuckerrübenanbau: Werden die Limos jetzt teurer?

Hamburg - Wenn es nach der Community geht, soll sich fritz-kola mehr fürs Klima einsetzen. Das geht aus einer Umfrage im demokratischen Nachhaltigkeitsbericht 2024 hervor. Und die Hamburger Getränkemarke bemüht sich, diesen Wunsch direkt umzusetzen.

Landwirt Cay Hüneke (v.l.), fritz-kola-Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert und Leonie Schröter (Key Account Manager bei Klim) auf dem regenerativen Zuckerrübenfeld.
Landwirt Cay Hüneke (v.l.), fritz-kola-Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert und Leonie Schröter (Key Account Manager bei Klim) auf dem regenerativen Zuckerrübenfeld.  © fritz-kola GmbH

Dafür wurde ein Pilotprojekt zur regenerativen Landwirtschaft gestartet.

Zusammen mit "Klim" - ein 2019 gegründetes Start-up, das sich zur Aufgabe gemacht hat, "Regenerative Landwirtschaft schnellstmöglich zu verbreiten, CO2-Emissionen nachhaltig zu reduzieren und Bodengesundheit sowie Biodiversität zu verbessern" - und sechs Landwirten in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen wurde der Zuckerrübenanbau auf regenerative Methoden umgestellt.

Dass Konsumenten nun aber mit einer Preiserhöhung rechnen müssen, diese Befürchtung konnte fritz-kola-Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert auf Nachfrage von TAG24 direkt widerlegen.

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"Bei fritz-kola setzen wir uns seit Tag eins für eine zukunftsfähige Getränkeindustrie ein", erklärte der 49-Jährige. "Projekte für das Klima haben wir also schon immer durchgeführt, die Kooperation mit 'Klim' ist hier nur unsere neueste Aktion. Solche Maßnahmen sind in unseren Preisen bereits einkalkuliert."

Doch was musste sich dafür eigentlich verändern und wie hoch war der Aufwand einer solchen Umstellung? Auf Anfrage äußerte sich einer der Landwirte gegenüber TAG24.

Regenerative Anbaumethode: "Nur von teurer Landwirtschaft zu sprechen, wäre falsch"

Durch regenerative Landwirtschaft habe man bislang die CO2-Speicherung erhöhen und die Biodiversität verbessern können.
Durch regenerative Landwirtschaft habe man bislang die CO2-Speicherung erhöhen und die Biodiversität verbessern können.  © fritz-kola GmbH

"Neben der Umstellung auf eine geringere Bodenbearbeitung haben wir vor allem auf den Einsatz von Zwischenfrüchten und Untersaaten umgestellt", erklärte Cay Hüneke von der Gutsverwaltung Rittergut Schlüsselburg (NRW).

Man habe dadurch bislang die CO2-Speicherung erhöhen und die Biodiversität verbessern können. Nach der ersten Ernte könne man das auch anhand der Zahlen belegen.

"Über alle beteiligten Höfe wurden 1449 Tonnen Zucker gewonnen, wobei 1534 Tonnen CO2 eingespart werden konnten", so Hüneke weiter.

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"Ein direkt messbarer Effekt ist außerdem die geringere Bodenerwärmung im Hochsommer durch den schützenden Mulch und damit einhergehende geringere Wasserverdunstung. Aber auch die bessere Wasseraufnahmefähigkeit, besonders bei Starkregenereignissen."

Zudem betonte auch er, dass mit dieser Anbauvariante zwar Mehrkosten entstehen, aber: "Einfach nur von einer teureren Landwirtschaft zu sprechen, wäre falsch." Schließlich würde durch regenerative Anbaumethoden das Ökosystem stabilisiert gefördert. Das könne sich ebenso positiv auf die Klimaresistenz und den Ertrag auswirken.

"Richtig wäre es also, nicht nur von höheren Kosten, sondern vor allem von einer höheren Produktivität und auch einer höheren Resilienz zu sprechen", so der Landwirt.

fritz-kola-Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert spricht bei den ersten Ergebnissen des Pilotprojekts von einem "vollen Erfolg".
fritz-kola-Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert spricht bei den ersten Ergebnissen des Pilotprojekts von einem "vollen Erfolg".  © fritz-kola GmbH

Erfolgreiches Pilotprojekt soll Vorbild ein

Mit diesem Pilotprojekt wolle man vor allem ein Vorbild sein, für "Klimaschutz, der echte Wirkung entfaltet und eine bessere Alternative zum Handel mit CO2-Zertifikaten aufzeigen", erklärte Wiegert abschließend.

"Die Ergebnisse sind für uns ein voller Erfolg. Sechs Betriebe haben sich umgestellt und im ersten Jahr 1534 Tonnen CO2 durch die regenerativen Anbaumethoden einsparen können. Die positiven Zahlen machen natürlich Lust auf mehr."

Titelfoto: fritz-kola GmbH

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