Jetzt ist die Elbe dicht! Experte warnt vor kritischer Situation

Geesthacht - Das winterliche Wetter wird für die Schifffahrt zum Problem. Die Elbschleuse bei Geesthacht musste gesperrt werden. Und das Eis könnte noch richtig gefährlich werden.

In Geesthacht haben sich Eisschollen zu Eisbergen aufgestapelt.
In Geesthacht haben sich Eisschollen zu Eisbergen aufgestapelt.  © Bodo Marks/dpa

Schnee und Kälte bringen nicht nur Autofahrer und die Bahn zur Verzweiflung, auch die Schifffahrt kommt nun an Grenzen. Durch die Sperrung der Schleuse bei Geesthacht ist eine durchgängige Schifffahrt auf der Elbe Richtung Hamburg aktuell nicht möglich.

Die Sperrung gilt seit Montag und mindestens bis Donnerstag, 23 Uhr.

"Durch den Schifffahrtsbetrieb und auch die entsprechenden Strömungsverhältnisse sammelt sich natürlich sehr, sehr viel Eis in dem Schleusenkanal", erklärt Tilman Treber, Fachgebietsleiter Fachbereich Schifffahrt Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe, gegenüber TAG24.

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Das verstopfe den Kanal und setze sich an den Toren der Schleuse fest. "Und irgendwann schaffen das die Antriebe nicht mehr", so Treber. Eine solche Menge an Eis habe er lange nicht erlebt. "In der Mächtigkeit, wie wir es jetzt haben, gab es das seit 2013 nicht mehr", so der Experte.

Die Schleuse würden jährlich durchschnittlich 10.000 Güterschiffe passieren. 2024 ging eine Ladungsmenge von 5,5 Millionen Tonnen durch den Schleusenkanal.

"Das ist eben die Hinterlandanbindung vom Hamburger Hafen. Also alles, was per Binnenschiff ins Binnenland geht, muss durch die Schleuse Geesthacht", so Treber.

Experte warnt vor kritischer Situation

In der Elbe und dem Elbe-Lübeck-Kanal treiben etliche Eisschollen, die die Schifffahrt beeinträchtigen.
In der Elbe und dem Elbe-Lübeck-Kanal treiben etliche Eisschollen, die die Schifffahrt beeinträchtigen.  © NEWS5 / Dominick Waldeck

Auch der Elbe-Lübeck Kanal, der die Ostsee über die Travemünde mit der Elbe verbindet, ist seit dem 22. Januar und bis zum 2. Februar gesperrt.

In den nächsten Tagen rechnet der Fachmann mit einer Verschlimmerung der Situation. "Wir versuchen mit unseren Eisbrechern alles, was geht, zu machen. Aber irgendwann gibt es Verhältnisse, da macht es keinen Sinn, Eis zu brechen", erklärt er.

Würde die Menge an Eis noch weiter zunehmen, könne es durchaus kritisch werden. Wenn die Eisschollen übereinander geschmissen werden, bilden sie einen großen Haufen und dadurch eine Barriere.

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"Und da besteht dann die Gefahr, dass das Wasser aufgestaut wird und nicht mehr richtig abfließen kann", so Treber. Dann drohen Überschwemmungen.

"Und wenn dann, am Beginn der Tauphase, das ganze Eis, was vorher auf dem Fluss gestanden hat, in Bewegung kommt, dann droht die Gefahr, dass diese wirklich schweren, großen Eisschollen die Deiche beschädigen. Und das ist dann eben für die Bevölkerung kritisch", warnt der Experte.

Im Moment gebe es diese Situation nicht, aber je nach Temperaturen könne diese Gefahr noch eintreten.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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