AfD-Fan platzt in Video von Rapper und wird rassistisch: "Du bist doch auch ein N*****?"

Hamburg - Jameel Ahmed, besser bekannt als "Boz", steht vor dem Eingang der Hamburger U-Bahn-Station Christuskirche und will ein Promo-Video aufnehmen. Plötzlich platzt ein mutmaßlicher AfD-Wähler in die Aufnahmen und schockiert.

Rapper "Boz" (Jameel Ahmed, l.) wird beim Aufnehmen eines Videos von einem Unbekannten unterbrochen und diskutiert mit ihm über die AfD.
Rapper "Boz" (Jameel Ahmed, l.) wird beim Aufnehmen eines Videos von einem Unbekannten unterbrochen und diskutiert mit ihm über die AfD.  © Screenshot Instagram/booz__

Der Rapper trägt einen Pulli im Design der zu Teilen als rechtsextrem eingestuften Partei AfD - allerdings mit der Aufschrift "Afrikaner für Deutschland". Auf den ersten Blick ist der Unterschied nicht zu erkennen.

Vielleicht der Grund, weshalb ein mutmaßlicher AfD-Wähler auf den Musiker zukommt.

"Boz", der vor der Kamera eigentlich ankündigte, nun ein Promo-Video aufnehmen zu wollen und "gewisse" Themen zu besprechen, wechselt durch die spontane Unterbrechung in seiner Rolle und antwortet auf die Frage des Unbekannten: "Was macht ihr hier?" auf ironische Weise mit: "Ein Interview für die AfD. AfD ist super, ne?"

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Der junge Mann, dessen Gesicht im Video gepixelt ist, stimmt zu und zeigt sich unaufgeregt, aber offensichtlich überrascht: "Bist du da auch, oder was?" Ahmed, der sich offensichtlich einen Scherz erlaubt, löst indirekt auf und sagt: "Ja, genau, Afrikaner für Deutschland." Eine rege Kommunikation bricht aus, in der der Unbekannte begründet, wieso er die bei vielen Bürgerinnen und Bürgern umstrittene Partei gut findet. "Man darf doch auch mal wieder stolz sein auf sein Land, oder?"

Der Hamburger Rapper macht klar, dass auch er stolz auf Deutschland sei, aber dabei nicht den extremistischen Gedanken verfolge. Daraufhin kippt die Stimmung und der Mann mit der beigen Kappe will wissen: "Ja, aber du bist ja auch ein N*****, oder nicht?"

Situation zwischen "Boz" und dem Fremden schaukelt sich hoch

Aus welchem Grund der Rapper diesen Pullover trug, ist unklar.
Aus welchem Grund der Rapper diesen Pullover trug, ist unklar.  © Screenshot Instagram/booz__

Die Situation schaukelt sich schließlich hoch.

"Boz" ist geschockt und will wissen, wieso er mit diesem Schimpfwort beleidigt wird. "Willst du mir jetzt auf die Fresse hauen oder was?", entgegnet der Unbekannte plötzlich und zeigt Unverständnis darüber, dass es sich bei dem Begriff um eine Beleidigung handelt.

Als Vergleich wird das Wort "H****sohn" vorgebracht. "Ich sage ja auch nicht 'H****sohn' zu dir, oder?", will Ahmed im Gegenzug wissen. "Ja, ich bin ja auch keiner", schießt es aus dem AfD-Sympathisanten raus. Offenbar stehen die beiden Begriffe für den Unbekannten in keinem Verhältnis.

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Ein Hin und Her darüber, wann man "Deutscher" sei, entbrennt. Es geht um Job, Sprache, Geburtsort und Steuernzahlen. Wenn sich Menschen "gut integrieren", hätte der Video-Crasher auch kein Problem, wie er berichtet. "Wir als Deutsche müssen aber immer Angst haben." Seiner Ansicht nach müsse man sich inzwischen davor fürchten, dass man niemanden versteht, wenn man Bahn fährt - weil niemand mehr Deutsch spreche.

Mit der Argumentation, dass "eine Person, vor der er ja Angst habe", gerade vor ihm stehe und ganz normal mit ihm spreche, verstummt der Interviewte schließlich. Wie die beiden letztlich wirklich auseinandergegangen sind, wird in dem Video nicht deutlich.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot Instagram/booz__

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