Von Bernhard Sprengel
Hamburg - Innerhalb von drei Jahren gab es an einem Bahnübergang im Hamburger Hafen drei Unfälle mit Zügen. Posten sollen weitere Kollisionen verhindern.
Die Hamburger Hafenbehörde HPA hat Konsequenzen aus dem tödlichen Zusammenstoß einer Lok der Hafenbahn mit einem Linienbus gezogen.
An dem unbeschrankten Bahnübergang unterhalb der Köhlbrandbrücke sind seit der Wiederinbetriebnahme am 21. Januar Posten im Einsatz, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Antonia Goldner (44, CDU) mit. Über den Bahnübergang werden Rangierfahrten durchgeführt, die Züge fahren nicht nach einem Fahrplan.
Am 16. Januar waren der Linienbus und die Diesellok an dem Übergang im Stadtteil Wilhelmsburg zusammengestoßen. Eine 19-Jährige, die im Bus saß, kam dabei ums Leben. Der Busfahrer und ein Fahrgast wurden laut Polizei schwer verletzt.
Vier weitere Passagiere erlitten leichte Verletzungen. Sie alle wurden in Krankenhäuser gebracht. Die drei Insassen der Lok erlitten einen Schock.
Den Senatsangaben zufolge sind bis auf Weiteres jeweils zwei Posten pro Schicht rund um die Uhr im Einsatz, um den Bahnübergang zu sichern.
Nur von Samstag- bis Sonntagabend werden die Mitarbeiter einer Fachfirma wegen der Betriebsruhe der Hafenbahn nicht gebraucht.
Weitere Sicherungsmaßnahmen werden untersucht
Ob der Bahnübergang, an dem es schon in den Jahren 2023 und 2025 zu schweren Unfällen kam, künftig technisch oder baulich besser gesichert wird, ist noch unklar. Die Untersuchungen dazu seien nicht abgeschlossen, hieß es.
Auch die Ermittlungen der Polizei zur Unfallursache dauern an, wie eine Sprecherin mitteilte. Für die Ausgestaltung von Bahnübergängen sei der Eisenbahnbetreiber zuständig, fügte sie hinzu. Die Straßenverkehrsbehörde sei allein für die Anordnung einer Beschilderung, Markierung oder Lichtzeichenanlage verantwortlich.
Als hafenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion erklärte Goldner: "Der tödliche Unfall am unbeschrankten Bahnübergang in Wilhelmsburg offenbart ein Versagen des rot-grünen Senats beim Schutz von Menschenleben im Hamburger Hafen."
Trotz der Unfälle in den vergangenen Jahren habe es offenbar keine dauerhafte technische Sicherung gegeben. "Stattdessen wird nun notdürftig mit externem Personal reagiert", kritisierte die Bürgerschaftsabgeordnete.