Wolfsattacke in Hamburg: Tier biss sogar zwei Frauen! Jetzt hat er vorläufig ein neues Zuhause

Von Bernhard Sprengel, Larissa Schwedes Birgitta von Gyldenfeldt

Hamburg - Das Opfer des Vorfalls mit einem Wolf in Hamburg-Altona ist aus der Klinik entlassen worden. Nach dpa-Informationen konnte die Frau das Krankenhaus noch am Montagabend nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der eingefangene Wolf ist am Dienstagabend in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen gebracht worden.

Die Polizei konnte den Wolf an der Hamburger Binnenalster einfangen.  © Lars Ebner

Dort habe er ein "neues vorläufiges Zuhause" gefunden, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend. Um welche Station es sich handelt, sagte er nicht. Es sei auch nicht klar, ob der Wolf dort dauerhaft bleiben könne. 

Insgesamt zwei Frauen soll das Tier zuvor am Montag gebissen haben. Vor dem Angriff auf eine Frau in Hamburg-Altona ist der Wolf nach Angaben von Umweltsenatorin Katharina Fegebank (49, Grüne) in einen Supermarkt eingedrungen. Es habe eine Mensch-Wolf-Begegnung gegeben, eine Frau habe eine Bissverletzung erlitten, sagte die Grünen-Politikerin. Die Frau sei im Universitätsklinikum Eppendorf ambulant behandelt worden.

Der Vorfall im Hamburg-Altona hingegen hat sich nach Angaben der Umweltbehörde in einer Einkaufspassage in der Großen Bergstraße ereignet. Nach dpa-Informationen war das Tier in der mit gläsernen Automatiktüren gesicherten Passage gefangen. Die Frau habe daher versucht, das Tier zu befreien - und sei dabei verletzt worden.

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Nach Wolfsattacke: Experte fordert Tötung des Tiers

Das Tier - nach Angaben der Behörden ein Wolf - war am späten Montagabend in der Hamburger Innenstadt eingefangen worden: Am Anleger an der Binnenalster zog die Polizei das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Abend schilderte. 

Wohin der Wolf anschließend gebracht wurde, ist unklar. Nach Medienberichten soll er zunächst im Wildgehege Klövensteen im Westen Hamburgs sein. Der Journalist, Jäger und Wolfsexperte Eckhard Fuhr sprach sich im Interview des Fernsehsenders RTL am Dienstag sogar dafür aus, das Tier zu töten. "Ein dauerndes Leben in Gefangenschaft in einem Tierpark kann man diesem Wolf nicht zumuten", sagt er.

Die Alternative – das Tier wieder freizulassen – hält Fuhr für ebenso problematisch. Unter dem Gesichtspunkt des Tierwohls sowie der öffentlichen Sicherheit sieht der Experte nur eine vertretbare Lösung: "Es wäre die vernünftigste Lösung, den Wolf zu töten."

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Wolf beißt Frau in Hamburg: CDU-Bürgerschaftsfraktion übt Kritik

In Deutschland ist Behördenangaben zufolge erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen worden. (Symbolfoto)  © Christian Charisius/dpa

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion warf dem rot-grünen Senat am Dienstag vor, die Gefahr durch Wölfe falsch eingeschätzt zu haben. "Erst kürzlich haben SPD und Grüne einen Antrag der CDU in der Bürgerschaft abgelehnt, den Wolf unverzüglich in das Hamburger Jagdrecht aufzunehmen."

Das Bundesnaturschutzgesetz verbiete den präventiven Abschuss eines streng geschützten Tieres, betonte Umweltsenatorin Fegebank. Eine aktive Treibjagd wäre ein unkalkulierbares Risiko gewesen. Es hätte zu Unfällen oder Panikreaktionen kommen können.

In Deutschland ist Behördenangaben zufolge erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen worden, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat.

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"Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz.

Erstmeldung um 10.13 Uhr, aktualisiert um 20.51 Uhr.

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