Von Lea Winkler
Frankfurt am Main - 900 von 900 Punkten – das perfekte Abitur. Alexander Jorias (19) aus dem südhessischen Zwingenberg nutzt die Aufmerksamkeit durch sein Super-Abi vor allem als Chance für die Zukunft.
"Das perfekte Abi selbst weiß ich auch nicht, wie viel das jetzt wirklich fürs Leben ausmacht", ordnet der 19-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nüchtern ein. Wertvoller sei für ihn die Aufmerksamkeit, die das Rekordergebnis ausgelöst habe.
Seit seinem Abschluss ist das Interesse an seiner Person deutlich gestiegen. Medien berichteten über den Hessen mit dem perfekten Abitur. Die Aufmerksamkeit sieht er als Chance.
"Ich glaube, dass es quasi keine Situation im Leben gibt, wo das nicht irgendwie hilfreich sein kann." Es sei vorteilhaft, dass, wenn man ihn jetzt googele, man die Berichterstattung über ihn sehe.
Parallel zum Abitur hat sich Jorias auf TikTok eine wachsende Community aufgebaut. Dort berichtet er über seinen Schulalltag, erklärt Lernmethoden und gibt Tipps für gute Noten.
"Ich sehe TikTok eher so als Sprungbrett und ich finde es sehr cool, sich quasi eine Community aufzubauen, auch Tipps zu teilen. Aber ob man das jetzt als Vollzeitjob macht, weiß ich nicht", sagt er.
Nach seiner Asienreise, die er nach dem Abitur mit Freunden angetreten hat, zieht es den 19-Jährigen nach München. Dort will er Management and Technology studieren. Wie es danach weitergeht, möchte er bewusst offenlassen.
Note auf dem Zeugnis passt nicht ganz zur erreichten Punktzahl
Von Anfang an sei klar gewesen, dass das Abitur von Jorias so gut werde. "Ich habe immer im Hinterkopf den Gedanken gehabt, eigentlich, ich weiß irgendwie, dass es möglich ist", sagt der 19-Jährige.
Jorias hat im hessischen Abitur die maximale Punktzahl von 900 Punkten erreicht. Offiziell entspricht das der Abschlussnote 1,0 - besser kann ein Abiturzeugnis in Deutschland nicht ausfallen.
Rechnerisch liegt seine Leistung jedoch sogar über einer glatten 1,0. Die Erklärung: In der Oberstufe werden die klassischen Schulnoten durch ein Punktesystem von 0 bis 15 ersetzt.
Dabei stehen 15 Punkte für die Bestnote 1+, 14 Punkte entsprechen einer 1,0, 13 Punkte einer 1- und so weiter. Wer in allen Kursen und Prüfungen die Höchstwertung von 15 Punkten erreicht, erzielt damit rechnerisch einen Durchschnitt von 0,6.
Rechtlich existiert diese Note allerdings nicht. Die Abiturdurchschnittsnote endet bei 1,0. Deshalb wird auch ein perfektes Ergebnis von 900 Punkten auf dem Zeugnis stets als 1,0 ausgewiesen - auch bei Jorias. Traurig ist er deswegen aber nicht. "Auf dem Zeugnis selbst stehen ja die 900 Punkte schon drauf, das ist okay", sagt er. Es wäre aber schön gewesen, wenn man bei Bewerbungen die 0,6 angeben könnte.