Polizei-Großeinsatz in Gießen: Von Aktivisten besetztes Uni-Gebäude wird geräumt
Von Nina Gross
Gießen - Die Polizei hat mit der Räumung des seit Samstag von Aktivisten besetzten Gebäudes an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen begonnen.
Wie das Polizeipräsidium Mittelhessen mitteilte, ist eine niedrige dreistellige Anzahl an Polizisten vor Ort. Am Montagnachmittag war zuletzt ein Ultimatum der Universität ausgelaufen, wonach die Besetzer das Gebäude bis 16 Uhr hätten verlassen sollen.
Am Sonntag hatte die Universität einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung gestellt. Die Besetzung des Gebäudes sei rechtswidrig und könne von der Universitätsleitung nicht toleriert werden, hatte die Präsidentin Katharina Lorenz erklärt.
Es war angekündigt worden, "alle in Betracht kommenden rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen".
Hausbesetzer sollen das Gebäude räumen
Den Angaben zufolge wird die Polizei die Hausbesetzer zunächst ansprechen und ihnen das Verlassen des Hauses in der Hein-Heckroth-Straße 3 ermöglichen. Für den Fall, dass die Polizei in dem Gebäude auf Sperren oder Barrikaden treffe, setze man technisches Gerät zum Entfernen der Hindernisse ein, so die Beamten.
Das Präsidium setzt einer Mitteilung von Montag zufolge aber weiterhin auf Dialog. Nach mehreren Treffen am Wochenende hatte es am Montagvormittag auf Einladung von Präsidentin Lorenz ein erneutes Gespräch gegeben.
Man habe einer Gruppe unter Führung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) ein Gesprächsangebot zu studentischen Begegnungsstätten gemacht, hatte es in der Mitteilung geheißen.
Die Aktivisten hatten der Universitätsleitung allerdings vorgeworfen, eine Gesprächsbereitschaft lediglich vorzutäuschen.
Sicherheitsrisiken im Gebäude
Nach Angaben der Universität steht das Gebäude leer und soll an den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) übergeben werden.
Die Universität hatte auch auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem leer stehenden Gebäude hingewiesen.
Titelfoto: 5VISION.NEWS
