Reparatur sollte zwei Wochen dauern: Bewohner warten seit 17 Monaten auf Rückkehr in evakuiertes Hochhaus

Von Oliver Pietschmann

Babenhausen - Weit mehr als ein Jahr nach der Evakuierung eines Hochhauses im südhessischen Babenhausen rückt ein möglicher Wiedereinzug in greifbare Nähe.

Nach knapp 17 Monaten sollen die Arbeiten an dem evakuierten Wohnhaus in Babenhausen kurz vor dem Abschluss stehen.  © Boris Rössler/dpa

"Alle notwendigen Sanierungen sind abgeschlossen beziehungsweise in enger Abstimmung mit der unteren Bauaufsicht in Fertigstellung", teilte Holger Gröning von der Wohnungseigentümergemeinschaft mit.

Am Mittwoch würde die Wasserversorgung wieder aktiviert und alle Wohnungen würden begangen.

Das Hochhaus war Anfang Juni vergangenen Jahres geräumt worden, nachdem ein Teil der Fassade eingestürzt war. Verletzt wurde dabei niemand.

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Anfangs war von Reparaturarbeiten von zwei bis drei Wochen ausgegangen worden. Dann kamen immer neue Hiobsbotschaften hinzu.

Die Statik und die Befestigung aller Fenster mussten in dem Gebäude überprüft werden. Zudem wurden Brandschutzmaßnahmen nötig. Vorübergehend mussten laufende Arbeiten an dem elfstöckigen Haus aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. 

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Genauer Termin für den Wiederbezug steht noch nicht fest

Die 187 Bewohner wurden zwischenzeitlich in der Stadthalle untergebracht. Mittlerweile haben alle vorübergehend eine andere Bleibe gefunden.  © Boris Rössler/dpa

Von der Evakuierung waren 187 Bewohner betroffen. Vorübergehend mussten die Menschen in einer Notunterkunft in der Stadthalle übernachten. Nach und nach fanden alle eine Bleibe.

"Ein genauer Termin für den Wiederbezug kann noch nicht benannt werden, da bei der Inbetriebnahme der Wasserversorgung das Risiko von Wasserschäden besteht. Zudem müssen die umgesetzten Maßnahmen für eine endgültige Freigabe der Liegenschaft anschließend noch von der unteren Bauaufsicht bewertet werden", teilte Gröning mit.

"Nach einer positiven Abnahme stünde aus baurechtlicher Sicht einem Wiedereinzug nichts mehr im Wege", heißt es auch beim baurechtlich zuständigen Kreis Darmstadt-Dieburg. 

Noch keine neue Fassade

Noch stehen Gerüste: Eine neue Fassade soll aber noch aufgebracht werden. Ein Bauantrag wurde dafür allerdings noch nicht gestellt.  © Boris Rössler/dpa

Gerüste an der Fassade seien von unserer Bauaufsicht vorgeschrieben worden, um vor eventuell weiter herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Die Gerüste seien natürlich noch nicht der "Endausbau", sondern nur eine Interimslösung, bis wieder eine neue Fassade aufgebracht ist. "Für eine neue Fassade wurde aber noch kein Bauantrag gestellt", heißt es beim Kreis.

Die Wohnungseigentümergemeinschaft habe die Pumpen für die Löschwasserversorgung in beiden Gebäuden instand gesetzt und ertüchtigt. Der TÜV habe sie auch bereits abgenommen. Für einen Wiederbezug sei unter anderem auch der Blitzschutz ertüchtigt worden.

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