Von Oliver Pietschmann
Babenhausen - Weit mehr als ein Jahr nach der Evakuierung eines Hochhauses im südhessischen Babenhausen rückt ein möglicher Wiedereinzug in greifbare Nähe.
"Alle notwendigen Sanierungen sind abgeschlossen beziehungsweise in enger Abstimmung mit der unteren Bauaufsicht in Fertigstellung", teilte Holger Gröning von der Wohnungseigentümergemeinschaft mit.
Am Mittwoch würde die Wasserversorgung wieder aktiviert und alle Wohnungen würden begangen.
Das Hochhaus war Anfang Juni vergangenen Jahres geräumt worden, nachdem ein Teil der Fassade eingestürzt war. Verletzt wurde dabei niemand.
Anfangs war von Reparaturarbeiten von zwei bis drei Wochen ausgegangen worden. Dann kamen immer neue Hiobsbotschaften hinzu.
Die Statik und die Befestigung aller Fenster mussten in dem Gebäude überprüft werden. Zudem wurden Brandschutzmaßnahmen nötig. Vorübergehend mussten laufende Arbeiten an dem elfstöckigen Haus aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.
Genauer Termin für den Wiederbezug steht noch nicht fest
Von der Evakuierung waren 187 Bewohner betroffen. Vorübergehend mussten die Menschen in einer Notunterkunft in der Stadthalle übernachten. Nach und nach fanden alle eine Bleibe.
"Ein genauer Termin für den Wiederbezug kann noch nicht benannt werden, da bei der Inbetriebnahme der Wasserversorgung das Risiko von Wasserschäden besteht. Zudem müssen die umgesetzten Maßnahmen für eine endgültige Freigabe der Liegenschaft anschließend noch von der unteren Bauaufsicht bewertet werden", teilte Gröning mit.
"Nach einer positiven Abnahme stünde aus baurechtlicher Sicht einem Wiedereinzug nichts mehr im Wege", heißt es auch beim baurechtlich zuständigen Kreis Darmstadt-Dieburg.
Noch keine neue Fassade
Gerüste an der Fassade seien von unserer Bauaufsicht vorgeschrieben worden, um vor eventuell weiter herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Die Gerüste seien natürlich noch nicht der "Endausbau", sondern nur eine Interimslösung, bis wieder eine neue Fassade aufgebracht ist. "Für eine neue Fassade wurde aber noch kein Bauantrag gestellt", heißt es beim Kreis.
Die Wohnungseigentümergemeinschaft habe die Pumpen für die Löschwasserversorgung in beiden Gebäuden instand gesetzt und ertüchtigt. Der TÜV habe sie auch bereits abgenommen. Für einen Wiederbezug sei unter anderem auch der Blitzschutz ertüchtigt worden.