Von Mona Wenisch
Wiesbaden - Die Hitzewelle im Juni hat in Hessen einen traurigen Rekord aufgestellt. Hohe Temperaturen kosteten bereits das Leben von 1350 Menschen.
Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zur hitzebedingten Mortalität hervor, der die Zeit bis zum 19. Juli abdeckt. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.
Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es demnach 2018 - damals waren es im gesamten Jahr etwa 1070.
Damit kommen im laufenden Jahr 21,5 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Im vergangenen Jahr waren das 5,6. In den vergangenen zehn Jahren lag der Wert 2018 am höchsten: Da waren es geschätzte 17,2 Fälle pro 100.000 Einwohner.
Deutschlandweit schon fast 10.000 Hitzetote
Die Schätzung des RKI basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes. Die Spanne der Schätzungen ist hoch: Je nach Berechnung kommen die Statistiker des RKI auf 980 bis 1670 hitzebedingte Sterbefälle bis Mitte Juli dieses Jahres in Hessen.
Deutschlandweit gab es nach den Schätzungen bereits fast 10.000 hitzebedingte Tote. Bis zum 19. Juli lag die Zahl bei 9800. Das ist auch hier mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.
Der Großteil der hitzebedingten Sterbefälle 2026 - mehr als 5000 - geht dem RKI zufolge auf die heißen Tage in der zweiten Junihälfte zurück, als es im Zuge einer Hitzewelle deutschlandweit vielerorts zu Temperaturen um 40 Grad kam.