Schreckliche Vorwürfe gegen Pfleger: Versuchter Mord in Heim?
Von Christian Schultz
Frankfurt am Main - Die Vorwürfe jagen einem einen Schauer über den Rücken: Ein Pfleger (38) soll Bewohnern in einem Pflegeheim im Wetteraukreis ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt und sie so in Gefahr gebracht haben.
Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 38-Jährigen erhoben. Es steht der Verdacht des versuchten Mordes, des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung im Raum.
Es geht um sechs Taten, die der Deutsche zwischen Juli und September 2025 begangen haben soll.
Dabei soll er vier Heimbewohnerinnen im Alter zwischen damals 83 und 86 Jahren sowie einem 88-jährigen Bewohner ohne medizinische Indikation Insulin verabreicht haben. Das führte bei diesen laut Staatsanwaltschaft zum Abfall des Blutdrucks.
In vier Fällen soll der Angeklagte nach der Gabe von Insulin selbst den Notruf gewählt haben, daher wirft ihm die Staatsanwaltschaft hier gefährliche Körperverletzung vor. In zwei weiteren Fällen, in denen er das nicht tat, steht allerdings der Vorwurf eines versuchten Tötungsdelikts im Raum.
In einem Fall könnte es sich auch um einen versuchten Mord aus Heimtücke handeln, denn eine 84 Jahre alte Frau sei wegen einer Demenzerkrankung arg- und wehrlos gewesen. Das habe er bewusst ausgenutzt. Der 38-Jährige sitzt seit September 2025 in Untersuchungshaft. Nun muss das Frankfurter Landgericht entscheiden, ob es zum Prozess kommt.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
