Von Lea Winkler
Frankfurt am Main - Wer am kommenden Mittwoch auf einer Anhöhe in Hessen steht, kann gleich zwei Himmelsspektakel beobachten: erst den Mond vor der Sonne, dann ein Sternschnuppen-Feuerwerk. Wo gibt's die beste Aussicht?
"Wichtig für die Beobachtung ist die freie Sicht nach Nordwesten. Die Sonne steht kurz über dem Horizont, wenn das Maximum der Finsternis eintritt. Zwischen den Häusern, das wird nichts. Ich empfehle: unbewaldete Hügel, Brücken mit freier Sicht nach Nordwesten, größere Kleingartenanlagen", sagt der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde (VdS), Uwe Pilz.
Einige Sternwarten wie die Hardtwald-Sternwarte in Bad Zwesten, die Urania-Sternwarte Wiesbaden, die Sternwarte Limburg und Burgsolms haben freie Horizontsicht und bieten deshalb Sonderveranstaltungen für den Abend an.
Ansonsten sollte man verschiedene Anhöhen anpeilen.
Spiegelslustturm in Marburg
Das Himmelsspektakel lässt sich auch gut vom Spiegelslustturm in Marburg beobachten. Die Universität Marburg lädt Besucherinnen und Besucher ein, dort die partielle Sonnenfinsternis sicher mit Schutzbrillen, Teleskopen mit Sonnenfiltern und Projektionen zu verfolgen. Der Mond wird die Sonne dabei um etwa 90 Prozent bedecken.
Nach Einbruch der Dunkelheit können die Sternschnuppen beobachtet werden, zudem können mit den Teleskopen weitere Himmelsobjekte erkundet werden.
Kassel bietet gleich zwei Aussichtspunkte für das Sonnenfinsternis-Spektakel
Auf dem Monte Kali
Auf der Salzhalde Monte Kali bei Heringen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bietet der Förderkreis Werra-Kalibergbau-Museum eine besondere Beobachtung der Sonnenfinsternis an: eine Haldenführung auf das rund 520 Meter hohe Gipfelplateau.
Dort können Besucherinnen und Besucher dann das Himmelsereignis ohne Sichteinschränkung erleben. Die Veranstaltung läuft von 18.30 bis 22 Uhr, eine Anmeldung ist erforderlich. Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis müssen selbst mitgebracht werden.
Wartturm in Eichenzell
Auch vom Wartturm in Eichenzell lässt sich das astronomische Doppelereignis beobachten. Die Sonne soll dort zu rund 86 Prozent bedeckt sein. Teleskope mit Sonnenfiltern, kostenlose Sonnenfinsternisbrillen und eine Übertragung auf Großbildschirm werden vom Heimatclub "Rhönklub-Zweigverein Eichenzell e.V." bereitgestellt. Der Eintritt ist frei.
In Kassel gibt es zwei Aussichtspunkte
In Kassel gibt es gleich mehrere Möglichkeiten zur Beobachtung. Auf der Karlswiese vor der Orangerie können Besucherinnen und Besucher die Finsternis mit speziellen Teleskopen und Brillen verfolgen. Nach Einbruch der Dunkelheit steht dort auch die Beobachtung der Perseiden auf dem Programm. Die Veranstaltung läuft von 16 bis 24 Uhr.
Der Astronomische Arbeitskreis Kassel lädt außerdem auf das Dach der Grimmwelt ein. Interessierte können dort die bis zu 87-prozentige Bedeckung der Sonne mit gefilterten Teleskopen und Ferngläsern beobachten. Vereinsmitglieder beantworten Fragen zum Himmelsereignis. Der Eintritt ist frei.
Unbedingt eine Sonnenfinsternisbrille tragen
Für die Beobachtung der Sonne, egal von wo, ist eine spezielle Sonnenfinsternisbrille oder ein geeigneter Sonnenfilter nötig. Ein Blick mit bloßem Auge kann die Augen dauerhaft schädigen.
Wer noch keine hat, kann online oder beim Optiker noch eine Spezialbrille erwerben – wichtig ist hier die EU-Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 mit entsprechender CE-Kennzeichnung.