Mehr Wildunfälle wegen Zeitumstellung: So verhaltet Ihr Euch richtig

Von Nicole Schippers

Kassel - Für die Zeitumstellung am kommenden Wochenende warnt das Regierungspräsidium Kassel vor einer erhöhten Gefahr von Wildunfällen.

Durch die Zeitumstellung steigt das morgendliche Risiko eines Wildunfalls bei der Fahrt zur Arbeit. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa

"Insbesondere die morgendlichen Stoßzeiten im Berufsverkehr fallen durch die Zeitumstellung wieder in die Dämmerungszeit", erklärt die Behörde, die auch die Obere Jagdbehörde des Landes ist.

Genau zu dieser Zeit seien viele Wildtiere besonders aktiv. "Pendlerinnen und Pendler sollten daher auf Landstraßen besonders aufmerksam sein." 

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Nahezu 14.000 Rehe und Hirsche bei Unfällen in Hessen getötet

Auch der Landesjagdverband Hessen rät zu erhöhter Aufmerksamkeit in den frühen Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr. Rund 13.740 Rehe, Hirsche und andere sogenannte Schalenwildarten wurden dem Verband zufolge im Jagdjahr 2024/25 als Unfallwild in Hessen gezählt.

"Autofahrer sollten deshalb an Wald- und Feldrändern besonders aufmerksam fahren und stets mit plötzlich wechselndem Wild rechnen", sagte Sprecher Markus Stifter. 

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ADAC: Keine plötzlichen Ausweichmanöver

"Stehen Tiere auf oder neben der Straße, sollten Autofahrer möglichst ruhig bleiben und nicht überstürzt reagieren", rät Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.

Besonders gefährlich in solchen Situationen seien plötzliche Manöver, um Wildtieren auszuweichen. "Dadurch riskiert man Unfälle mit dem Gegenverkehr oder das Abkommen von der Fahrbahn."

Im vergangenen Jagdjahr wurden nahezu 14.000 Unfälle mit Rehen und Hirschen in Hessen gezählt. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa

Experten-Tipps bei Wildunfällen

Um einen Unfall zu vermeiden, raten die Experten:

  • Die Geschwindigkeit an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern reduzieren.

  • Bei Wildwechsel aufmerksam bremsen und stets mit weiteren Tieren rechnen.

  • Wer ein Tier am Straßenrand sieht, sollte abblenden, hupen und die Geschwindigkeit sofort verringern.

Im Fall eines Wildunfalls empfehlen sie:

  • Die Unfallstelle sichern, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.

  • Die Polizei unter 110 anrufen, bei Verletzten den Notruf 112 wählen.

  • Ein verletztes Tier sollte nicht verfolgt werden. Die Fluchtrichtung sollte angegeben und die Unfallstelle gut sichtbar markiert werden, beispielsweise mit einer Einkaufstüte, damit der Jäger das Tier rasch finden kann.

  • Die Polizei sollte auch dann informiert werden, wenn das Tier nach dem Zusammenprall in den Wald flüchtet. Sie meldet den Unfall der Försterin oder dem Jagdpächter, der dafür sorgt, dass das Tier nicht weiter leiden muss.

  • Verletzte oder tote Tiere nicht anfassen oder gar ins eigene Auto laden: Der Förster oder die Jagdpächterin kümmern sich um die Bergung und den Abtransport des Tieres.

  • Den Unfall für die Versicherung dokumentieren: Fotos von Unfallort, von dem Tier und dem Fahrzeug machen.

  • Eine Wildunfall-Bescheinigung von Polizei, Förster oder Jagdpächter ausstellen lassen.

  • Die Versicherung umgehend informieren.

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