Viele Pendler dürfen vorerst aufatmen! Streiks im Nahverkehr abgewendet
Von Christian Ebner
Frankfurt am Main - Gute Nachricht! Die Gefahr weiterer Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr Hessens ist vorerst abgewendet.
In der Nacht auf Dienstag haben sich die jeweiligen Tarifpartner auf einen Kompromiss geeinigt, berichtet die Gewerkschaft Verdi am Morgen.
Nun sollen die Mitglieder der Gewerkschaft befragt werden, ob ihnen das Ergebnis ausreicht. Details will Verdi danach im Laufe des Tages präsentieren.
Zunächst hatten für diesen Donnerstag (19. März) erneute Arbeitsniederlegungen gedroht. Betroffen waren seit Februar in mehreren Wellen immer wieder die kommunalen Verkehrsbetriebe in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg und Kassel.
Während Pendler in Frankfurt auf S-Bahnen und Busse ausweichen konnten, standen die Bahnen und Busse der Kasseler Verkehrsgesellschaft nahezu komplett still. In Wiesbaden haben in den vorhergehenden Runden die Busfahrer gestreikt.
In Gießen und Marburg war nur ein Teil der Beschäftigten zu dem Warnstreik aufgerufen. Grund sind unterschiedliche Tarifverträge, wegen derer viele Beschäftigte nicht in den Warnstreikaufruf einbezogen sind.
Verdi-Tarifverhandlungen laufen regional
Bei den regionalen Tarifverhandlungen fordert Verdi derzeit insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie außerdem höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In anderen Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg soll am Donnerstag gestreikt werden. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gibt es hingegen bereits Einigungen. Verschont von Arbeitskämpfen blieb in Deutschland bisher vor allem Niedersachsen.
Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht, während der nicht gestreikt werden darf.
"In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang", teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle (57), mit.
Und weiter: "Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her."
Erstmeldung: 7.57 Uhr, zuletzt aktualisiert: 8.15 Uhr
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

