Was können sich die Hessen noch leisten?

Von Christof Rührmair, Alina Grünky

Köln/Wiesbaden - Wo haben die Menschen in Hessen am meisten von ihrem Einkommen? Dafür sollte man nicht nur auf die Gehaltsabrechnungen schauen, sondern auch fragen, was sie sich an ihrem Wohnort davon leisten können.

Was können sich die Hessen noch leisten?  © Patrick Pleul/dpa

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat das auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte berechnet. Basis der Berechnungen sind Zahlen aus dem Jahr 2023 - aktuellere liegen den Autoren zufolge nicht vor. 

Dabei hat das Institut einen Landkreis aus Hessen ermittelt, der es sogar bundesweit unter die Top Ten der kaufkräftigsten Kreise und kreisfreien Städte geschafft hat: der Hochtaunuskreis auf Rang acht. 

Platz eins in Hessen geht damit auch an den Hochtaunuskreis. Dort liegen die Lebenshaltungskosten zwar gut sieben Prozent über dem Durchschnitt, das verfügbare Einkommen pro Kopf gehört jedoch zu den Spitzeneinkommen Deutschlands - es landet im Bundesvergleich auf Platz fünf. 

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Dahinter folgt auf Landesebene Wiesbaden. Auch hier ist das Preisniveau vergleichsweise hoch - rund sechs Prozent über dem Durchschnitt. Doch auch das verfügbare Einkommen pro Person ist vergleichsweise hoch. Knapp dahinter schließt sich der Main-Taunus-Kreis an. 

Frankfurt am Main landet eher im unteren Bereich der Tabelle. Die Lebenshaltungskosten in der Stadt sind auf Landesebene mit Abstand am höchsten: fast 15 Prozent über dem Durchschnitt. Bundesweit liegen sie auf Platz drei, nur überholt von München und vom Landkreis München.

Das kann das verfügbare Einkommen pro Person, das sich in der Gesamtbetrachtung im oberen Mittelfeld bewegt, nicht vollends ausgleichen – ergo: Die Kaufkraft sinkt. 

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Städte bilden Schlusslicht

Die Kaufkraft sinkt.  © Arne Dedert/dpa

Am wenigsten können sich die Menschen im Landkreis Gießen, Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, Kassel und Schlusslicht Offenbach am Main leisten. 

Offenbach landet auch in der bundesweiten Übersicht auf dem letzten Platz der Kaufkraft. Hier ist das Preisniveau sogar noch leicht höher als in Wiesbaden, während das verfügbare Einkommen vergleichsweise gering ist – es ist deutschlandweit das achtniedrigste. 

Generell zeigt sich, dass die Kaufkraft in Landkreisen eher höher ist als in Städten. Hier macht sich unter anderem bemerkbar, dass der wichtigste Treiber für Unterschiede bei den Kosten der Bereich Wohnen ist. 

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Auf Bundesländerebene liegt Hessen im Mittelfeld auf Platz sieben der Kaufkraft. An der Spitze steht Bayern, auf dem letzten Platz Berlin. 

Deutschlandweit liegt das baden-württembergische Heilbronn auf dem ersten Platz. Dort gehören die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen zu den höchsten in Deutschland, während die Lebenshaltungskosten gleichzeitig relativ normal sind. 

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