Winterliches Chaos trifft Hessen hart! Probleme bei Öffis, einige Unfälle und Schulausfälle

Von Oliver Pietschmann, Jens Albes, Nicole Schippers

Offenbach/Fulda/Kassel - Weiße Winterlandschaften, ausfallende Busse, Verspätungen und in den Graben gerutschte Autos: Stunden anhaltender Schneefall sorgt in Hessen für erhebliche Probleme - und ein Ende ist nicht in Sicht!

Der Winterdienst muss in Hessen verbreitet ran. (Symbolfoto)  © Helmut Fricke/dpa

Ausfälle und Verspätungen gibt es entsprechend auf der Schiene, in der Luft und auf den Straßen. Einige Schulen ließen den Präsenzunterricht völlig ausfallen. Bei Glätteunfällen gab es Verletzte.

Glatt kann es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge bei Schnee, Schneeregen oder auch gefrierendem Regen ebenfalls in den kommenden Tagen werden.

Der Frankfurter Flughafen meldete am Morgen zunächst 79 gestrichene Flüge von insgesamt 1035 Verbindungen am Montag. Der Winterdienst an Deutschlands größtem Airport sei im Hochbetrieb. "Es wird fleißig enteist", sagte eine Sprecherin.

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Auf teils sehr winterlichen Straßen sind in Hessen bei Unfällen mehrere Menschen verletzt worden.

Allein das Polizeipräsidium in Offenbach meldete 20 witterungsbedingte Unfälle, bei vier davon habe es Verletzte gegeben. Nach ersten Erkenntnissen handele es sich um leichte Blessuren. Bei Gertenbach rutschte ein 29-Jähriger mit seinem Transporter die Böschung runter, wurde leicht verletzt. Es gab zahlreiche Meldungen über Fahrzeuge, die im Schnee stecken geblieben sind.

Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, besonders vorsichtig zu sein. Es sollte nur Auto gefahren werden, wenn dies wirklich erforderlich sei. Außerdem sollten Decken sowie warme Getränke mitgenommen werden.

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Winter-Wetter sorgt in Hessen für Unfälle

Auf den Straßen in Hessen kommt es zu Unfällen. (Symbolfoto)  © Uwe Zucchi/dpa

Im Bereich des Kirchheimer Autobahndreiecks bei Bad Hersfeld blockierten mancherorts Lastwagen die Fahrspuren, "weil die Fahrer meinten, bei dem Schnee noch überholen zu müssen", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Fulda schilderte.

Ein Kollege des Polizeipräsidiums Kassel teilte mit: "Es schneit. Ein paar Autos stehen quer." Schon vor Beginn des eigentlichen Berufsverkehrs habe es einige Unfälle vor allem mit Blechschäden gegeben.

Auch ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt sprach am Vormittag von "kleineren Unfällen". "Es wird sich wohl häufen. Es bleiben auch Autos liegen, die vielleicht noch Sommerreifen haben", sagte er.

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Nach Angaben von Verkehrsbetrieben wurde am Vormittag in mehreren Kreisen der Busverkehr komplett eingestellt.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) teilte mit, es werde mit Verspätungen gerechnet, einige seiner Buslinien würden "aufgrund der Wetterlage komplett eingestellt". Fahrgäste sollten sich deshalb unbedingt rechtzeitig über die "aktuelle Lage und witterungsbedingten Ausfälle" informieren. "Im Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt am Main kommt es aktuell zu Verspätungen und Zugausfällen im Fernverkehr", hieß es bei der Bahn auf der Homepage zum Stand.

Massive Einschränkungen bei Verkehrsbetrieben

Verspätungen gibt es am Montag zuhauf.  © Boris Roessler/dpa

Auch die Verkehrsbetriebe der RhönEnergie meldeten für die Kreise Fulda, Mainz-Kinzig und Hersfeld-Rotenburg eine vorübergehende Einstellung ihres Busverkehrs wegen der "starken Schneefälle und der extrem schwierigen Verkehrsverhältnisse", wie es zum Grund hieß.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) teilten mit, es komme aufgrund der Witterungsverhältnisse und nicht geräumter Strecken in ganz Nordhessen zu Fahrtausfällen und erheblichen Verspätungen.

Betroffen war hier vorwiegend der Busverkehr, teilweise allerdings auch der Regionalzugverkehr, wie eine Sprecherin des NVV erklärte. Regional stelle sich die Situation sehr unterschiedlich dar.

"Je nachdem, wie hoch ein Gebiet liegt, wie steil die Straßen sind und wie gut sie geräumt sind." Die Trams würden überwiegend planmäßig fahren.

Die Busunternehmen müssten die Priorität entsprechend auf die Sicherheit der jeweiligen Fahrgäste und des Fahrpersonals legen, erklärte die Sprecherin mit Blick auf die Ausfälle im Busverkehr. Im Zweifel werde folglich präventiv gehandelt.

"Wenn nicht klar ist, ob sicher gefahren werden kann, dann wird nicht gefahren", erläuterte sie.

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Distanzunterricht an Schulen

Das Schulamt für den Kreis Fulda beispielsweise meldete Distanzunterricht in mehreren Schulen. "Eine Notbetreuung ist gewährleistet", hieß es weiter. In Höchst im Odenwald meldete die Grundschule an der Mümling, der Busverkehr im gesamten Odenwaldkreis sei eingestellt worden: "Somit muss auch die Schule für alle Grundschülerinnen und Grundschüler entfallen."

Auch hier gab es eine Notbetreuung.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in Teilen Ost-, Mittel- und Südhessens bis zu zehn Zentimeter Neuschnee, in der Rhön und im Vogelsberg teils auch bis zu 15 Zentimeter. Am Dienstag sei in den Hochlagen und im Norden erneut Schneefall möglich. Ab Nachmittag komme vom Südwesten verbreitet Regen auf - teils gefrierend.

Erstmeldung: 8.32 Uhr, zuletzt aktualisiert: 13.44 Uhr

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